Ungeeignet für mobilen Content: MP3

Im Interview mit Jeremy Copp, Chief Sales Officer von Beatnik wird klar, wieso das .mp3-Format im mobilen TK-Sektor nur begrenzt zum Einsatz kommen wird. Es ist zu groß und zu unflexibel. Die Zukunft gehört dem Format-Mix.

ZDNet: Hallo Herr Copp, Beatnik ist kein besonders klangvoller Name in der TK-Industrie, dabei bieten Sie eine Schlüsselkomponente für den Mobilfunkbereich an.

Copp: Ja, Beatnik stellt die Audio-Engine in Ihrem mobilen Telefon zur Verfügung. Durch uns können Sie Töne und Musik auf dem Handy empfangen. Wir vergeben Lizenzen für unsere Software an die führenden Hersteller von Mobiltelefonen wie Nokia, Siemens, Samsung, Motorola, Sony-Ericsson oder Nokia.

ZDNet: Manager sprechen gerne über Ihre jüngsten Erfolge. Welcher ist Ihrer?

Copp: Unsere größte Erfolg ist es wohl, dass sich Anbieter von Musik oder Klingeltönen kaum mehr einen Gedanken über die verschiedenen Handys da draußen machen müssen. Fast alle aktuellen Handys können die heutigen Audio-Angebote problemlos empfangen und wiedergeben – dank unserer Software.

ZDNet: Worauf basiert Ihre Software, welches Format kommt zum Einsatz?

Copp: Wir setzen mobile xmf ein, ein vergleichsweise neues Verfahren um polyphone Klingeltöne und Musik wiederzugeben. Anwender bekommen dadurch CD-nahe Klangqualitäten geboten, die übertragene Datenmenge ist aber sehr gering.

ZDNet: Was können Musikfreunde für die Zukunft von ihrem Handy erwarten? CD-nahe Tonqualität sagten Sie schon, was kommt danach?

Copp: 3D-Effekte werden mit Sicherheit an Bedeutung gewinnen. Vor allem wenn es um Schlagzeug-Sounds geht, etwa die Basstrommel. Zudem können Sie dann eben wie schon im Hifi-Bereich heute Raumklang mit verschiedenen Klangquellen erzeugen. Um dorthin zu gelangen, werden sich die verschiedenen Audio-Formate wie .mp3 oder .wma vermischen. Ich glaube nicht daran, dass .mp3 im Mobile-Bereich dominant sein wird, vielmehr werden viele verschiedene Formate zum Download angeboten werden. Und alle werden auch vom Handy erkannt werden. Ich nenne das einen Objekt-orientierten Zugang an Musik.

ZDNet: Das hört sich viel versprechend an. Aber was haben Sie denn gegen .mp3? Damit sind doch alle glücklich – sollte man sich nicht verbindlich darauf als Format für Musik auf dem Handy einigen?

Copp: Ich glaube dass es einige Probleme mit .mp3 gibt! Zunächst einmal die vergleichsweise großen Meta-Daten, die das Format mit überträgt. Zudem ist das Format per Funk gar nicht so leicht herunter zu laden. Gerade Anwender, die mit Technik gar nichts oder wenig am Hut haben, kann es ganz schön enervierend sein, fünf Minuten zu warten, bis sie ein Lied auf dem Handy haben. Die fragen sich: „Was zum Teufel passiert hier? Passiert überhaupt irgendwas?“. Sie bezahlen ja nicht für die .mp3-Daten sondern die Zeit, die der Download in Anspruch nimmt. Und schließlich müssen die Daten auf dem Handy auch noch verwaltet werden… Das waren jetzt nur die Probleme auf der User-Seite

ZDNet: …und auf der Seite der Provider?

Copp: Naja, ein Song in .mp3 ist ein Song in .mp3. Keiner in der Wertschöpfungskette kann da noch etwas hinzufügen. Womit aber sollen die Anbieter Geld verdienen? Es braucht ein Format, das im Zuge der Vermarktung erweitert werden kann.

ZDNet: Bleiben wir auf der User-Seite: Was würde ein neues Format für die Anwender bedeuten.

Copp: Beispielsweise dass sie interaktive Spiele-Musik angeboten bekommen. Für mich ist es sowieso ein Rätsel, wieso die heutigen Spiele auf dem Handy ohne Musik performen. Jede Spielekonsole offeriert interaktive Musik. Das muss und wird auch im mobilen TK-Markt Gang und Gebe werden. Das können Sie mit „starren“ mp3s nicht erreichen.

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