Falscher Wurmalarm schockt Mac-Anwender

Sophos entschuldigt sich für übereifrigen Virenscanner

Der erste Angriff eines Internet-Wurms auf das Apple-Betriebssystem Mac OS X vergangene Woche hat offenbar nicht nur Anwender irritiert. Nach dem Bekanntwerden des Erstlings OSX/Leap-A am 16. Februar, gab es bereits wenige Tage später erneut Alarm. Grund zur Besorgnis war dieses Mal allerdings nicht der letztlich als ungefährlich eingestufte Inqtana-B-Wurm, sondern eine schadhafte Signatur des Antiviren-Software-Herstellers Sophos. Diese klassifizierte saubere Dateien von Mac-Anwendern fälschlicherweise als infiziert. Zugriffsverweigerungen auf betroffene Dateien sowie Löschvorgänge bei Anwendern mit Autolöschfunktion waren die Folge.

„Das ist eine sehr unangenehme Sache“, kommentiert Pino von Kienlin, Geschäftsführer von Sophos Deutschland, den Vorfall. Man habe aber sofort reagiert und innerhalb von zwei Stunden mit einem behebenden Update aufwarten können, so Kienlin. Darüber hinaus wurden Kienlin zufolge alle betroffenen Mac-Kunden kontaktiert und auf die Fehlfunktion hingewiesen. „Glücklicherweise liegen bisher – zumindest was Deutschland betrifft – keine Schadensmeldungen vor“, meint Kienlin. Er bestritt außerdem, dass der eingeschlichene Fehler mit fehlendem Mac-Know-how in Zusammenhang gebracht werden kann. „Dass die schadhafte Signatur das Mac-Betriebssystem betroffen hat, war reiner Zufall“, so Kienlin.

Sophos hat unterdessen angekündigt, „die standardisierten Qualitätsprozesse noch weiter zu verbessern, damit eine derartige Fehlfunktion nicht mehr vorkommt“. Das Unternehmen bestätigte außerdem, dass die schadhafte Signatur in Kombination mit der optionalen automatischen Löschfunktion tatsächlich Datenverlust zur Folge haben konnte. Sophos möchte Kunden deshalb noch weiter sensibilisieren und empfiehlt die Autolöschfunktion nur mit Bedacht anzuwenden. Ein Entfernen der Funktion sei allerdings nicht geplant, denn Kunden und Administratoren hätten wiederholt darauf hingewiesen, dass sie diese optionale Funktion nicht missen wollten, so Kienlin.

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