Forrester: 3G dominiert – aber nicht vor Ende 2010

In fünf Jahren sollen nur mehr ein Prozent aller Europäer GSM- und 38 Prozent GPRS-Telefone nutzen – der UMTS-Marktanteil in Deutschland wird Ende 2010 dagegen zwischen 55 und 65 Prozent liegen, so die Analysten.

Obwohl sich in 2004 3G- beziehungsweise UMTS-Services in Europa ausbreiteten, geht Forrester Research davon aus, dass die Übertragungstechnik nicht vor Ende 2010 den Markt für mobile Telefone dominieren wird. Reine GSM-Telefone werden in den kommenden zwei Jahren weitgehend vom Markt verschwinden, GPRS dagegen wird für den Rest der Dekade die dominierende Technologie sein. Forrester glaubt jedoch, dass trotz der Tatsache, dass 3G-Telefone zum Mainstream werden, die Adaptierung mobiler Internet-Services in Europa schleppend bleiben wird. Das sind einige der wichtigsten Ergebnisse der von Forrester veröffentlichten Studie „European Mobile Forecast: 2005 To 2010“.

Die Analysten legen dar, wie lokale Abweichungen bei Kundeninteresse, Regulierung, Wettbewerb und Betreiberaktionen zu starken Unterschieden in den einzelnen Ländern führen: „Bis 2008 werden nur noch drei Prozent der europäischen Mobiltelefonnutzer ein reines GSM-Telefon einsetzen – diese Zahl wird bis Ende 2010 auf ein Prozent sinken“, erklärte Niek van Veen, Researcher Telekommunikation bei Forrester. „GPRS wird etwa ab Ende 2007 gegenüber der 3G-Technologie an Boden verlieren und gegen Ende 2010 werden nur 38 Prozent der Nutzer als Hauptgerät ein GPRS-Telefon haben. Heute sind es über 70 Prozent. Ende 2006, wenn 3G-Telefone billiger, weniger unhandlich und leistungsüberlegen sein werden, wird die 3G-Marktdurchdringung zweistellige Ergebnisse erreichen. Und dieses Wachstum wird anhalten: Gegen Ende 2010 werden drei von fünf Benutzern sich für 3G-Telefone entscheiden.“

Geringes Kundeninteresse in Deutschland und Frankreich führe Ende 2010 in diesen Ländern zu 3G-Marktanteilen zwischen 55 und 65 Prozent. Das entspreche dem europäischen Durchschnitt, der bei 61 Prozent liegt. Hingegen werde die Mischung aus sehr aktiven Anbietern, von Kunden mit überdurchschnittlichem Interesse an fortschrittlichen Mobiltelefonen und Dienstleistungen sowie dem heftigen Wettbewerb zwischen Betreibern und Service-Anbietern UK und Italien an die Spitze der 3G-Adaptierung bringen. Diese Länder sollen 3G-Marktanteile von 68 und 72 Prozent aufweisen, beziehungsweise – gegen Ende 2010 – weit über dem europäischen Durchschnitt liegen. Europaweit werde Regulierung in Form von Subventionsverboten und Rahmenrichtlinien die 3G-Aufnahme aber beeinträchtigen.

Forrester glaubt nur an einen geringen Einfluss von 3G auf die regelmäßige Internetnutzung. In diesem Jahr sind 90 Prozent der Mobiltelefone internetfähig. Allerdings erfolgen 93 Prozent der Internetzugriffe über GSM oder GPRS und nicht über UTMS. Der Anteil der 3G-Telefone werde schnell zunehmen – bis 2010 sollen 200 Millionen Europäer ein 3G-Telefon haben, das auch fürs Internet geeignet ist. „Heute nutzen 21 Prozent der europäischen Anwender mobile Internet-Dienste – einschließlich MMS – mindestens einmal im Monat“, betonte van Veen. „Wenn die 3G-Abdeckung steigt und die Netzwerke zuverlässiger werden, wird die Nutzung zunehmen. Aber das wird nicht im gleichen Tempo geschehen, wie die Akzeptanz mobiler 3G-Geräte ansteigt: Das geringe Kundeninteresse, für mobile Internetdienste zu zahlen und eine im Vergleich zu festen Internetanschlüssen und interaktiven TV-Alternativen deutlich geringere Anwendererfahrung wird dazu führen, dass gegen Ende 2010 nicht mehr als die Hälfte der Anwender mobile Internetdienste nutzen.“

Themenseiten: Analysen & Kommentare, Forrester Research, IT-Business, UMTS

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