Microsoft kooperiert mit deutschen Forschern

Der weltgrößte Softwarekonzern will den Wissenschaftsbetrieb für sich nutzen. Zusammen mit der FU Berlin und dem Zuse Institut arbeitet man beispielsweise an neuen Computing-Paradigmen, an 3D-Desktops sowie an neuen Möglichkeiten für die Früherkennung von Krankheiten.

Rick Rashid ist als Senior Vice President verantwortlich für den Bereich Worldwide Operations bei Microsoft Resarch. Als Gast der Freien Universität (FU) Berlin und dem Zuse Institut gab er in Berlin Auskunft über den Stand der Forschungsprojekte, an denen Microsoft Research gemeinsam mit deutschen Wissenschaftseinrichtungen arbeitet.

ZDNet: Herr Rashid, über die Arbeit von Microsoft Research ist in der Öffentlichkeit relativ wenig bekannt. Welche Ziele verfolgen Sie global und insbesondere in Europa?

Rashid: Zunächst möchte ich betonen, dass wir reine Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Computerwissenschaft betreiben – wir sind also nicht vergleichbar mit den Entwicklungsabteilungen der verschiedenen Microsoft-Produktbereiche. Von Anfang an haben wir uns am Modell universitärer Forschungseinrichtungen orientiert. Das bedeutet unter anderem, dass unser Erfolg nicht am Umsatz gemessen wird, sondern an der Reputation unserer Mitarbeiter in der Wissenschafts-Coummunity. Unser Ziel ist es daher, die besten Leute im Bereich der Computerwissenschaften zu gewinnen. Allein in Redmond arbeiten pro Jahr rund 200 Doktoranden – eine hohe Zahl, wenn man bedenkt, dass in den USA jährlich insgesamt 1000 Computerwissenschaftler promovieren. Europa ist mit seiner traditionell hoch entwickelten Forschungsinfrastruktur natürlich eine wichtige Region für uns, hier haben wir in den letzten fünf Jahren unser Engagement stark ausgeweitet – insgesamt beschäftigen wir in Deutschland, Dänemark und Großbritannien derzeit 1000 Mitarbeiter in den Bereichen Forschung und Produktentwicklung.

ZDNet: Ganz selbstlos dürfte das Engagement Ihres Unternehmensbereichs ja nicht sein. Welchen Nutzen hat der Microsoft-Konzern von Ihrer Forschungsarbeit?

Rashid: Ein Grund, weshalb Microsoft eine solche Institution unterhält, liegt darin, dass wir uns Beweglichkeit erhalten wollen. Ohne die Agilität, die von einer Forschungsabteilung ausgeht, verliert man als großes Unternehmen auch die Fähigkeit, sich zu wandeln. Aber natürlich liegt mir auch daran, geeignete Forschungsergebnisse so schnell wie möglich in eigene Produkte umzusetzen. Dass das funktioniert, zeigen Beispiele wie unsere Digital Media Division, die ich 1993 gegründet und 1996 als Produktabteilung ausgegliedert hatte. Unsere Grundlagenforschung bei der 3D-Technik mündete schließlich in Direct-X und der X-Box, und der Tablet PC geht auf die Entwicklung in unserer englischen Filiale in Cambridge zurück.

Themenseiten: IT-Business, Microsoft, Supercomputing, Technologien

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