Jeder fünfte Angestellte leidet unter einem zwanghaften Umgang mit E-Mails

Die Zahl der Mails hat sich in den letzten zwölf Monaten um 47 Prozent vergrößert. Ist dies ein Fluch oder ein Segen? Eine Symantec-Studie hat den Umgang mit der elektronischen Post in Unternehmen untersucht.

Die Kommunikation per E-Mail ist aus dem Berufsalltag nicht mehr wegzudenken. Jeder fünfte Angestellte leidet allerdings laut eigener Aussagen unter einem zwanghaften Umgang mit E-Mails. Drei Viertel der Beschäftigten in Unternehmen sind zudem der Meinung, der Umgang mit E-Mails mache „abhängig“.

Dies geht aus einer Studie von Symantec hervor, für die Mitarbeiter und IT-Manager in 17 europäischen Ländern befragt wurden. Die Studie wurde gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Dynamic Markets auf der Grundlage von 1700 quantitativen Befragungen von Angestellten sowie IT Managern durchgeführt, die verantwortlich für das E-Mail-System ihrer Unternehmen zeichnen. Die befragten Unternehmen haben mindestens 500 Mitarbeiter und stammen aus den unterschiedlichsten Branchen in Europa sowie dem nahen Osten und Afrika. Zusätzlich wurden 15 vertiefende qualitative Interviews geführt.

Ein wesentlicher Grund für die steigende Belastung im täglichen Umgang mit E-Mails ist die in den letzten zwölf Monaten um durchschnittlich 47 Prozent gestiegene Menge der ein- und ausgehenden E-Mails in Unternehmen. Damit hängt zusammen, dass die Befragten immer mehr Zeit mit dem Bearbeiten, Lesen und Schreiben von E-Mails verbringen. Gleichzeitig steigt auch der Wert der auf Firmen-Notebooks gespeicherten Informationen rapide an. Den Wert der im E-Mail-Eingang gespeicherten Informationen beziffert die Befragten auf durchschnittlich 800.000 Euro – das zirka 500-fache der durchschnittlichen Hardwarekosten eines Notebooks.

Der Einsatz der E-Mail-Kommunikation bringt neben zahlreichen Vereinfachungen auch Probleme mit sich: Die Zahl der E-Mails, die an einem Tag empfangen und verschickt werden, ist im letzten Jahr um fast die Hälfte angewachsen. Bei acht Prozent der befragten Unternehmen hat sich die Zahl der E-Mails innerhalb eines Jahres sogar verdoppelt. Die Folge ist eine zunehmende Unübersichtlichkeit, die Schwierigkeiten für Unternehmen und Mitarbeiter gleichermaßen mit sich bringt – nicht zuletzt, da viele der empfangenen E-Mails Spam sind. So gaben 25 Prozent aller Befragten an, dass sie täglich 20 Prozent und mehr Spam-Mails erhalten.

„In den letzten Jahren hat sich die Bedeutung der E-Mail deutlich gewandelt“, erklärte Achim Deboeser, Vice President EMEA Central Region bei Symantec. „Sie ist längst nicht mehr nur ein Mittel zur Kommunikation, sondern hat sich inzwischen zu einem wichtigen Instrument im Geschäftsleben entwickelt. Menschen, die E-Mails aus geschäftlichen Gründen nutzen, kommunizieren nicht mehr nur ausschließlich damit, sondern verwenden sie für viele unterschiedliche Zwecke – beispielsweise zur Verwaltung ihres Terminkalenders oder ihrer Kontaktdaten, zum Ablegen von Informationen, aber auch zur Dokumentation von Geschäfts
abläufen.“

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2 Kommentare zu Jeder fünfte Angestellte leidet unter einem zwanghaften Umgang mit E-Mails

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  • Am 14. Dezember 2005 um 9:36 von Michael Uhrmeister

    Zwanghafter Umgang mit E-Mails
    Guter Artikel, der die Situation sicher korrekt beschreibt. Ergänzend wäre vielleicht noch der Hinweis auf den teils exzessiven Umgang mit Mail-Attachments, die nach Belieben kopiert, weitergeleitet, geschachtelt, zurückgeschickt und multipliziert werden. Einerseits wird dadurch das Mailsystem ungeheuer belastet, andererseits wird die Orientierung für die Empfänger immer schwieriger. Sicher eine Frage der Disziplin, aber hier brauchen die Anwender auch Unterstützung von EDV-Seite.

  • Am 14. Dezember 2005 um 21:22 von Irgendwer

    Das CC-Phänomen
    Die Anzahl der Mails ist oft schon hoch. Hinzu kommen die Mails, die man bekommt, da der Absender "alle auf CC" gesetzt hat.

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