CA lagert Ingres aus – zum Wohle von Open Source

Warum hat CA seine Open-Source-Datenbank in ein eigenes Unternehmen ausgelagert? Und warum besitzt nun ein Investmenthaus die Kontrolle darüber? Dies und andere Fragen stellten wir Mark Barrenechea, oberster Technologiestratege bei CA.

Kurz vor seiner CA World-Konferenz in Las Vegas hat der damals noch Computer Associates benannte Konzern seine mit rund 100 Mitarbeitern besetzte Ingres-Abteilung ausgegliedert. Die Rechte an der Open-Source-Datenbank gingen an die Venture-Capital-Firma Garnett & Helfrich, CA hält nur noch eine Minderheitenbeteiligung. Terry Garnett, Managing Director bei Garnett & Helfrich Capital, fungiert bei Ingres als Interims-CEO und Chairman of the Board of Directors.

Maßgeblich beteiligt an der Ausgliederung war Mark Barrenechea,
Executive Vice President of Technology Strategy and Chief Technology Architect bei CA. Er sitzt auch im Board der neuen Firma. Auf der CA World in Las Vegas befragten wir ihn zu den Gründen für die Ausgliederung und die dadurch erhofften Effekte.

ZDNet: Herr Barrenechea,
lassen Sie uns über Ingres sprechen. Sie sitzen ja im Board und wissen bestimmt bestens bescheid.

Barrenechea: Ok, gerne.

ZDNet: Erste, grundsätzliche Frage: Warum haben Sie Ingres ausgegliedert?

Barrenechea: Im vergangenen Jahr haben wir uns entschlossen, CA in vier Business-Units aufzuteilen: Enterprise Systems Management, Security, Security und Business Service Optimization. Zusätzlich haben wir diese Bereiche mit neuen Firmen verstärkt, etwa mit Pestpatrol oder Netegrity. Dann fragten wir uns, welche Bereiche sich aus strategischer Sicht nicht unter diese vier Bereiche einordnen lassen? Als erstes fiel uns Ingres ein.

ZDNet: Dann betrachten Sie Open Source als wenig strategisch wertvoll für CA?

Barrenechea: Sie missverstehen mich: CA ist keine Datenbank-Company. Ingres lässt sich nicht unter Storage oder Security einordnen, also… Außerdem halten wir ja weiterhin 20 Prozent an der Firma, setzen die Datenbank selbst ein und halten enge Verbindung zu unseren ehemaligen Mitarbeitern. Ich denke, dass wir der Open-Source-Gemeinde in strategischer Hinsicht durch die Ausgliederung einen Gefallen tun. Und es zeigt, wie wichtig Open-Source auch weiterhin für uns ist.

ZDNet: Trotzdem schein es, als würden Sie die Kontrolle über ihr erst vor eineinhalb Jahren geborenes Open-Source-Baby abgeben. Terry Garnett wurde zum Interims-CEO ernannt, seine Investment-Firma besitzt Ingres nun formell.

Barrenechea: Sie können durch Einfluss führen, oder durch Druck. Von letzterem halte ich nicht viel. Da wir aber der größte Kunde von Ingres sind, sollte unser Einfluss auf die Zukunft der neuen Firma nicht gerade gering sein. Unicenter 11 wird beispielsweise auf Ingres laufen. Zudem sind alle Ingres-Kunden gleichzeitig auch Kunden von CA.

Themenseiten: IT-Business, Linux, Open Source, Strategien

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