Schmiergeldaffäre: Ex-Infineon-Chef unter Verdacht

Schumacher soll beim Sportwagenkauf profitiert haben

In der Korruptionsaffäre um den deutschen Chip-Hersteller Infineon ermittelt die Staatsanwaltschaft München nun auch gegen den früheren Vorstandschef Ulrich Schumacher. Ein Zeuge habe berichtet, dass Schumacher beim privaten Kauf von Sportwagen Vorteile angenommen habe, berichtet „Focus“.

Der Chef der Schweizer PR-Firma BF Consulting soll im Auftrag von Schumacher Liebhaber-Autos gekauft uns als Dank für das Entgegenkommen bei der Vergabe von Infineon-Aufträgen unter Wert an Schumacher weiter geleitet haben. In der Garage des Hobby-Rennfahrers finden sich laut Medienberichten mehr als ein Dutzend Oldtimer. Unter anderem ein „James Dean“-Porsche 550 und ein Porsche Carrera in exklusiver Motorsport-Ausführung.

„Wir führen Herrn Schumacher in Zusammenhang mit dem Infineon-Ermittlungsverfahren als Beschuldigten“, erklärt Oberstaatsanwalt Anton Winkler gegenüber Focus. Schumacher ist im März 2004 überraschend als Vorstandschef von Infineon zurückgetreten. Im Juli dieses Jahres hat die Schmiergeldaffäre zum Rücktritt von Vorstand Andreas von Zitzewitz geführt. Zwischen 2002 und 2004 soll er von BF Consulting 259.000 Euro für Vertragsabschlüsse im Sportsponsoring erhalten haben.

Der ehemalige Chef der Infineon-Speichersparte, Harald Eggers, soll 50.000 Euro erhalten haben. Udo Schneider, der Chef des Schweizer PR-Unternehmens, wurde im August festgenommen, er bestreitet die Vorwürfe. Bisher war Schumacher nicht im Visier der Ermittler. Er weist die Vorwürfe zurück: „Ich habe nie nur einen einzigen Cent angenommen“, sagt er in Focus. Er arbeite eng mit der Staatsanwaltschaft zusammen. Infineon selbst ist nach eigenen Angaben nicht Gegenstand der Ermittlungen. Nach dem Ausscheiden von Schumacher habe man alle Aktivitäten im Motorsport-Sponsoring so weit wie möglich beendet.

Themenseiten: Business, Infineon

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1 Kommentar zu Schmiergeldaffäre: Ex-Infineon-Chef unter Verdacht

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  • Am 24. Oktober 2005 um 19:34 von refusepit

    Was für ein trauriger Sumpf!
    Der eine hortet Oldtimer, die er sich mit Millionenbezügen locker leisten kann, der andere soll in wenigen Jahren zusätzlich zu seinen exorbitanten Bezügen Gelder in einer Höhe erhalten haben, die normale Menschen in 20 Jahren nicht auf die Seite bekommen, und den anderen wird mit lächerlichen Abfindungen die Tür vor der Nase zugeschlagen und Arbeitslosigkeit in Aussicht gestellt. Bravo! Zeigt es uns weiter, wie man das macht!

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