Verleger ziehen gegen Google-Bibliothek vor Gericht

Copyright-Streit geht in die nächste Runde

Der US-Verlegerverband Association of American Publishers (AAP) hat eine Klage gegen die Google-Onlinebibliothek eingebracht. Der Suchmaschinenbetreiber überschreite mit der Digitalisierung von Copyright-geschützten Büchern das Gesetz und schade Autoren und Verlegern. Die AAP will nun einen Gerichtsbeschluss erreichen, der Google daran hindern soll ein Buch ohne die Erlaubnis des Rechteinhabers zu scannen, berichtet das „Wall Street Journal“.

Der Klage waren bereits monatelange Copyright-Streitigkeiten zwischen Google und den Verlegern vorausgegangen, die dazu geführt hatten, dass die Digitalisierung von Bibliotheken vorerst bis 1. November auf Eis gelegt wurde. Der Rechtsstreit könnte nun dazu beitragen, die Auswirkungen des Copyright-Gesetzes sowohl für das Internet, als auch für Verleger Nachrichtenorganisationen und andere Content-Eigentümer klarer zu definieren.

Viele Verlegervertreter vergleichen das Tauziehen inzwischen mit den Kämpfen der Musikindustrie gegen illegale File-Sharing-Plattformen. Google rechtfertigt das Scannen der Bücher mit der Gesetzesdoktrin des „Fair Use“. „Einen leicht benutzbaren Index von Büchern zusammenzustellen ist „Fair Use“ unter Berücksichtigung des Copyright-Gesetzes und unterstützt den Nutzen von Copyright“, heißt es aus dem Unternehmen. Die Wahrnehmung sowie der Verkauf von Büchern, der direkt den Rechteinhabern zugute kommt, werde dadurch gefördert.

Der Gerichtsprozess soll klären, ob Google um die explizite Erlaubnis von Verlegern und Autoren fragen muss, bevor ein Buch gescannt werden darf. Laut AAP habe Google die Verhandlungen mit den Verlegern abgebrochen, obwohl der Verband auf eine Einigung abzielte, da viele Mitglieder direkt an dem Google Print Programm teilnehmen würden.

Google Senior Counsel Alex Macgillivivray widerspricht dem jedoch: „Wir waren überrascht über die Klage und wir haben ganz bestimmt nicht die Gespräche abgebrochen.“ Manche Anwälte argumentieren für den Suchmaschinenriesen und sehen im Buch-Projekt nicht das Stehlen von Inhalten, sondern eine Schaffung neuen Materials, das nicht lediglich ein Duplikat sei.

Google muss sich auch an anderen Fronten mit Copyright-Klagen auseinandersetzen. Der Bildersuchdienst sowie die News-Rubrik, die teilweise ganze Auszüge aus Artikeln anzeigt, stehen derzeit unter Beschuss. Bleibt abzuwarten, ob Google am 1. November trotz Gerichtsverfahren die Digitalisierung von Copyright-geschützten Büchern wieder aufnehmen wird.

Themenseiten: Google, Telekommunikation

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