Bürgerrechtler enttarnen geheime Signatur von Laserdruckern

Angebliche Kooperation der Druckerhersteller mit dem amerikanischen Secret Service

Was aus dem neuesten Hollywood-Blockbuster zum Thema Verschwörungstheorien stammen könnte, scheint durch die Recherchearbeit der amerikanischen Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) jetzt bestätigt. So machen Farblaserdrucker vieler großer Herstellerfirmen wie Xerox, Canon, HP oder Epson offenbar von Verschlüsselungstechniken Gebrauch, die einen Ausdruck mit diversen für den User unsichtbaren Informationen versehen. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge ist die geheime Signatur auf eine Kooperation mit dem amerikanischen Secret Service zurückzuführen, der sich davon eine Hilfestellung im Kampf gegen professionelle Geldfälscher verspricht.

Welche Informationen in den betroffenen Dokumenten verschlüsselt wiedergegeben wurden, blieb bisher im Verborgenen. EFF ist es eigenen Angaben zufolge jetzt zum ersten Mal gelungen, den aus winzigen gelben Farbpunkten bestehenden Code zumindest für eine Produktreihe zu entschlüsseln. „Die Analyse diverser Dokumente hat ergeben, dass Farblaser-Ausdrucke der Xerox DocuColor-Reihe nicht nur das Datum und die Uhrzeit des Druckes, sondern auch die Seriennummer des Gerätes verschlüsselt preisgeben“, so EFF-Sprecher David Schoen. Er kritisiert die ursprünglich geheim gehaltene Kooperation zwischen den Unternehmen und der Regierung und weist darauf hin, dass die Seriennummer leicht Personen und Organisationen zuordbar sei.

„Stellen Sie sich zwei Dokumente vor, eines trägt den Name des Autors und eines soll anonym veröffentlicht werden“, so Schoen weiter. Durch den Vergleich der Codes könne das anonyme Dokument ein und demselben Drucker oder Autor zugeordnet werden, selbst wenn der Druckerhersteller keine weiteren Angaben über die Seriennummer eines Kunden preisgebe.

Ob die Technologie von den weltweit operierenden Druckerherstellern auch in Deutschland oder anderen europäischen Ländern angewendet wird, bleibt ungewiss. Die Firma Xerox verwies auf eine vom amerikanischen Mutterkonzern veröffentlichte Stellungnahme, in der die Verwendung der beschriebenen Technologien bestätigt und mit dem Kampf gegen kriminelle Aktivitäten gerechtfertigt wurde. Kundeninformationen würden grundsätzlich aber nicht an Dritte weitergegeben, so die Aussendung.

Franz-Josef Wesener, Landesbeauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit in Nordrhein-Westfalen, will angesichts der unklaren Situation keine voreiligen Schlüsse ziehen. Fehlende Transparenz bewertet er aber grundsätzlich kritisch: „Für den Kunden muss eindeutig nachvollziehbar sein, welche Zusatzinformationen über ihn gesammelt oder von ihm weitergegeben werden.“ Informationsaustausch, der ohne Wissen oder gar gegen den Willen des Kunden erfolge, sei immer problematisch, so Wesener.

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9 Kommentare zu Bürgerrechtler enttarnen geheime Signatur von Laserdruckern

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  • Am 18. Oktober 2005 um 20:45 von harry

    geheim, wow, mir wurde es gesagt…
    …dass im Hintergrund die Seriennummer verschlüsselt mitgedruckt wird. Ich finde das dies zumindest ein gutes Mittel gegen Fälschungen von Dokumenten ist. Wo ein "normales" Dokument hergestellt wurde muss eigentlich nicht geheim sein. Für eine Überprüfung braucht mann ja auch die Verkaufsunterlagen der Maschinen. Natürlich könnte dann Xerox und Andere (bei mir Kyocera)von den vielen Millionen Seiten die täglich gedruckt werden diverse Informationen auslesen. Also die Maschine und wo sie steht (wenn sie nicht gestohlen wurde) kann mann damit finden. Ist das schlimm?

    • Am 19. Oktober 2005 um 10:58 von Besorgter Systemadmin

      AW: geheim, wow, mir wurde es gesagt…
      Da ja heute die meisten Drucker in Firmen eh am Netzwerk hängen und dirverse schon smtp unterstützen, können sie ja gleich verdächtige Dokumente direkt den zuständigen Behörden übermitteln, je nach dem der Anti-Terror, Drogen, Kinderpornografie oder Industriespionage-Abteilung.

      Leute, macht eure Firwwall von innen nach aussen dicht….

    • Am 21. Oktober 2005 um 12:02 von Kritiker

      AW: AW: geheim, wow, mir wurde es gesagt…
      > Leute, macht eure Firwwall von innen nach aussen dicht….

      Eine "gute" Idee.

    • Am 21. Oktober 2005 um 18:53 von überkritiker

      AW: AW: geheim, wow, mir wurde es gesagt…
      wäre es da nicht sinnvoll, den drucker über einen iranischen proxyserver mit dem internet zu verbinden? dann wären die agenten des demokratischen weltbefreiers im westen wenigstens etwas beschäftigt.. und einen besseren vorwand als terrorismus hätten sie auch noch: die iraner veröffentlichen den namen Microsoft(C), ohne dabei zu schreiben, dass es sich um einen geschützten markennamen handelt. gibts eigentlich DRM auch für papier?

  • Am 21. Oktober 2005 um 13:45 von Lonesome Walker

    Firewall
    Dem kann ich mich nur anschließen; eine gute Firewall, Problem der Datensicherheit gelöst (solange, bis die Hersteller Maschinen produzieren, die erst dann funktionieren, wenn sie eine Internet-Verbindung haben…)

  • Am 22. Oktober 2005 um 11:40 von Besserwisser

    Standort des russischen UFOs ist vom NSA enttarnt!
    Präsident Putin hält nächste Woche eine Pressekonferenz; Thema: Bekanntmachung des UFOs, dass in Sibirien notgelandet ist. Die Außersibirischen sind an der Kälte verstorben. Jetzt wird das Raumschiff nach "neuen" Technologien ausgeschlachtet. Putin ist sich sicher, es wird der russischen Wirtschaft den entscheidenen Stoß geben, denn Kapital für Erstinvestitionen ist dank Oelpreis in Russland im Überfluß vorhanden, um an allen entscheidenen Technologie-Märkten die erste Geige zu spielen, die USA drohen Computer-Entwicklungsland zu werden! Bereitwillig läßt Putin Boschüren mit Hochglanz verteilen, auf denen ein Foto vom Alien-Zweisitzer abgebildet ist! Der Aufenthaltsort ist natürlich streng geheim (Area 69 in der Nähe von Los Santos)! Bush dreht durch! In einer Krisensitzung hat die NSA den entscheidenden Vorschlag! Wir wissen genau wo sich in Sibirien alle unsere HP-Hochglanzfotodrucker befinden! Eine Woche später ist Area 69 durch einen Atombombenschlag mit einer "selbstgebastelten" Bombe, Material, dass nach Isotopen-Anteilsanalyse eindeutig aus "verschwundenen" russischen Beständen stammt, vollständig zerstört. Alle "weiteren" Hinweise deuten auf einen kombinierten Anschlag Tscheschenischer Rebellen mit technologischer Unterstützung von Alkaida hin! Das nenne ich Phantasie!

  • Am 23. Oktober 2005 um 20:41 von Jürgen Herber LAYOUT-HERBER Werbeagfentur

    Warum die Aufregung
    Wir setzten in unserer Agentur seit über 6 Jahren XEROX Digitaldrucksysteme ein und wurden explizit auf dieses Art der Druck-Signatur (in gelb gedruckte Pixelanordnungen) hingewiesen. Die Markierungen beinhalten das Druckdatum und die Seriennummer des Drucker. Jeder der die Geräte und deren Druckqualität kennt, weiß das man Dokumente so kopieren kann, das man selbst später Original und Kopie fast nicht mehr unterscheiden kann.
    Somit ist solch eine Technik zwingend um Fälschern das Handwerk zu enorm erschweren.

  • Am 26. November 2005 um 19:49 von S. Richter, Druckerei, Stadtorda, Thüringen

    Bürgerrechtler enttarnen geheime Signatur von Laserdruckern
    (habe zufällig den Artikel gelesen)
    Auch wir haben in der Firma vor über zehn Jahren schon farbige Xerox-Digitalkopierer benutzt, anfangs ohne Rechneranschluß als Kopierer. Damals war noch in der Diskussion über spezielle Software auf Kopierern und Scannern das Ausführen/Speichern von Geldschein-Scans zu verhindern. Auch wir wurden 2mal (Verkäufer und Techniker) auf die gelbe Kennzeichnung der Drucke hingewiesen. Teilweise erkennt man diese bei gutem Sehvermögen mit bloßem Auge! Argumentation war das Verhindern von Geldfälschungen. Wer aus Versehen rechtlich geschütztes Material vervielfältigt und Ärger mit der VGWort bekäme, hätte dann schon mal Pech, wenn die Kennung bekannt wäre. Dennoch haben wir als Wissende nie ein Problem damit gehabt. Aber: Der Traum einer jeden Stasi-Behörde… Damals waren von jeder Druckerei eine Übersicht der verfügbaren Bleisatzschriften und Beispiele zum Gestaltungsstil bei der Staatssicherheit und dem "Rat des Kreises Abt. Kultur" hinterlegt. Jeder gedruckte Auftrag bedurfte einer Druckgenehmigungsnummer und Erlaubnis zu Papiermenge und -sorte.
    Da sind die paar gelben Punkte doch echt harmlos.

  • Am 18. März 2006 um 16:29 von Helmuth Valentin

    Bürgerrechtler enttarnen geheime Signatur von Laserdruckern
    Die sogenannte geheime Signatur ist so geheim nicht.
    Bereits vor über 10 Jahren wurde bei Technischen Schulungen auf Farbkopierern auf diese Eigenschaft hingewiesen und keineswegs verheimlicht.Laut Herstellern ist in der Punktmatrix Herstellungsdatum und Ort,sowie die Seriennummer des Gerätes
    enthalten.

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