Streit zwischen Backbone-Betreibern: Sites nicht erreichbar

Schnelle Lösung nicht in Sicht

Ein Streit zwischen den Backbone-Betreibern Level 3 Communications und Cogent Communications hat zur Folge, dass einige Internet-Nutzer von wichtigen Teilen des Netzes abgeschnitten sind. Eine schnelle Lösung des Problems ist nicht in Sicht.

Die Auseinandersetzung dreht sich um das Peering-Abkommen zwischen den beiden Unternehmen, das bis vor kurzem den direkten Austausch von Daten zwischen den Netzen sichergestellt hat. Kunden von Cogent und Level 3 wurden direkt in das jeweilige Netz geleitet, ohne den Umweg über das gesamte Internet machen zu müssen.

Level 3 hat dieses Abkommen kürzlich gekündigt. Man sei deutlich größer als Cogent und liefere daher mehr Traffic. Cogent soll für den Zugang ins Level-3-Netz zur Kasse gebeten werden. Das Unternehmen behauptet aber, die gleiche Größe wie Level 3 zu haben und will nicht für ein Peering-Abkommen zahlen, das mit anderen Backbones kostenlos ist.

Die Leidtragenden dabei sind die Kunden. Denn Cogent und Level 3 sorgen in Eigenregie für die Anbindung ihrer Netze, alternative Routings gibt es nicht. Daher können Anwender Internet-Aufritte beim „gegnerischen“ Provider nicht erreichen. Wie viele Nutzer betroffen sind, ist unklar.

Zwar bekräftigen beide Seiten, das Problem lösen zu wollen, über die Absichtserklärung ist man allerdings noch nicht hinausgekommen. Jedes Unternehmen wartet darauf, dass sich im gegnerischen Lager etwas bewegt.

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2 Kommentare zu Streit zwischen Backbone-Betreibern: Sites nicht erreichbar

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  • Am 7. Oktober 2005 um 14:47 von TomNech

    Achtung : Kapitalismus-Virus in Umlauf
    Die Auswirkungen dieser gegenseitigen Netzausschlüsse sind die gleichen, als ob eine Malware den Internetgebrauch für den User in Teilen lahmlegt.
    Nur ist das scheinbar durch Vorschieben der Geschäftsinteressen der Backbone-Betreiber in diesem Fall völlig legitim.
    Na dann,

    Prost, mahlzeit

  • Am 9. Oktober 2005 um 6:15 von Realist

    Der Kunde dann der Dumme?
    Der Kunde dürfte in solchen Streitfragen zweifelsfrei der Dumme sein, oder bekommt er u.U. teilweise sein Geld wieder, wenn er in seiner Nutzung durch solch Verhalten eingeschränkt ist?

    Zumindest sollte man darüber auch nachdenken, ob man der Zuverlässigkeit des Internets in Zukunft wirklich ein derartiges Vertrauen entgegenbringen sollte.

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