Venezuela will staatlich kontrollierten PC-Konzern

Produktion von Billig-Computern soll noch in diesem Jahr starten

Venezuela will mit einem staatlich kontrollierten PC-Konzern den teuren Markenherstellern Paroli bieten. „Wir werden mit der Produktion von Computern in Venezuela beginnen“, ließ Präsident Hugo Chavez im venezolanischen Fernsehen verlautbaren. Er wolle den Venezolanern den Zugang zu PCs erleichtern. Markencomputer seien einfach zu teuer, zitiert das „Wall Street Journal“ den Staatschef.

Venezuela will umgerechnet rund 6,26 Milliarden Dollar in ein entsprechendes Werk stecken. Die Produktion soll noch im laufenden Jahr starten. Im ersten Jahr nach Produktionsbeginn sollen 80.000 Billigcomputer die Fabrik verlassen, im dritten bereits 150.000. Die Computer sollen zwischen 327 und 363 Dollar kosten. Die eigens gegründete Firma, Technological Industries of Venezuela, soll als Joint Venture mit dem chinesischen IT-Konzern Langchao International funktionieren. Laut Chavez könnte die neue Computerfirma eventuell auch Notebooks und Handys produzieren.

Ein Billig-Notebook für die ärmsten Länder entwickelt derzeit auch das Massachusetts Institute of Technology. Die Idee des venezolanischen Präsidenten geht allerdings weit über Entwicklungshilfe hinaus. Staatlich kontrollierte Unternehmen, die sich mit der Privatwirtschaft messen, fördern laut Chavez den Wettbewerb und sorgen für Jobs für die gesamte Bevölkerung. Chavez sieht sich in den Fußstapfen des südamerikanischen Revolutionärs Simon Bolivar.

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3 Kommentare zu Venezuela will staatlich kontrollierten PC-Konzern

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  • Am 6. Oktober 2005 um 10:00 von murt

    ist halb so schlim
    ist nichts Neues z.B. staatlich kontrollierten VW-Konzern, staatlich kontrollierten Sparkasse-Konzern etc..

    • Am 6. Oktober 2005 um 10:30 von Besserwisser

      AW: ist halb so schlim
      Die Venezuelaner haben dann die Wahl zwischen Pest und Cholera – Monopolist Intel und Monopolist Staat! Hallo "Neutraler", sicherlich werden diese Staats-PCs "alle" mit MS Vista und MS-Office12 fertig vorkonfiguriert ausgeliefert – oder aber, noch besser, die saugen sich das Wienux und konfigurien sich das, dann können sie vielleicht die "supergünstigen" PCs auch der Stadt Wien verkaufen?

  • Am 6. Oktober 2005 um 10:26 von ein Betroffener

    Die Gründe liegen woanders…
    Daß sich die Venezolaner keine PC’s leisten können liegt nicht eigentlich an dem hohen Preis, sondern daß es immer schwerer wird gutes Geld in Venezuela zu verdienen. Mehr auf das Volk zu achten im Sinne von Sicherheit, Arbeitsplatzsicherung und Kontrolle der Inflation wäre nötiger als eine eigene PC-Fabirk – es sei denn man will über kurz oder lang nach Möglichkeit alle Aspekte des Lebens und des Staates kontrollieren.

    Auch das Joint Venture mit einem chin. Konzern sollte einen Nachdenklich machen.

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