Hollywood-Majors gründen Anti-Piraterie-Konsortium

Gemeinsames Labor für Technologie gegen Filesharing

Die sechs größten Hollywood-Studios wollen gemeinsam ein Forschungslabor finanzieren, um neue Wege und Mittel gegen Film-Piraterie zu entwickeln. Das Konsortium mit dem Namen Motion Pictures Laboratories, kurz Movielab, wird in den ersten beiden Jahren mit einem Budget von über 30 Millionen Dollar ausgestattet sein, berichtet die „New York Times“. Im Herbst dieses Jahres soll die Arbeit aufgenommen werden. Zuvor hatte Hollywood die Unterhaltungsindustrie und IT-Branche kritisiert, da sie nicht schnell genug an einer Technologie gegen Piraterie arbeiten würden. Die gemeinsame Forschungseinrichtung solle nun Lücken im Schutz von digitalen Inhalten füllen, meint James Gianopulos, Vize-Vorsitzender von 20th Century Fox.

Ein Anliegen der Studios ist eine Technologie, die das Filmen in Kinosälen stört, etwa ein Flackern, das für das Auge unsichtbar ist, aber auf Video erscheint. Movielab soll auch ein Netzwerk-Management-System entwickeln, das illegale Daten-Transfers in Firmen- oder Studentennetzwerken aufspürt und blockiert sowie Datenverkehrsanalyse-Tools, die illegale Up- oder Downloads auf P2P-Plattformen erfasst. Auch private Netzwerke sollen durch eine Technologie von Movielab vor Eindringlingen gesichert werden. Um die Verbreitung von illegal erworbenen Filmen aufzuzeichnen, sollen Personen, die Filme hoch- oder herunter laden, lokalisiert werden.

Die Hollywood Majors haben schon vor dem gemeinsamen Konsortium gegen illegales Filesharing zusammengearbeitet. In der Digital Cinema Initiative haben die Studios gemeinsam mit dem Entertainment Technology Center der University of Southern California Möglichkeiten der digitalen Verbreitung von Filmen entwickelt und getestet. Vorbild für das Hollywood-Labor ist CableLabs, das seit 1988 Innovationen am Kabelfernseh-Markt zentral betreut. Die Hollywood-Version werde nur beschränkte Macht haben, zunächst werde man sich auf den Kampf gegen Raubkopien konzentrieren, bei einer erfolgreichen Zusammenarbeit könne man das Portfolio auch erweitern, so der Vorsitzende der MPAA (Motion Pictures Association of America), Dan Glickman.

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