Smartball soll Schiedsrichtern helfen

Erstmals wird das runde Leder mit Chip bei einer Nachwuchsveranstaltung eingesetzt

In Peru startet morgen die FIFA U 17 WM und wird Schauplatz für ein interessantes Experiment. Der Smartball von Adidas wird bei der Nachwuchsveranstaltung zum ersten Mal eingesetzt und soll den Schiedsrichtern in Zukunft bei strittigen Tor- und Outentscheidungen behilflich sein.

Ein rund 15 Millimeter großer Chip, der in den Ball integriert ist, wird den Unparteiischen in Zukunft auf der Uhr anzeigen, ob das Leder die Linie vollständig überschritten hat oder nicht. Sollte das Experiment erfolgreich verlaufen, kann man sich einen Einsatz bei der WM 2006 vorstellen. Adidas Manager Günter Pfau: „Eine Revolution im Fußball. Zwölf Antennen senden ein Radiosignal an einen Computer und dieser leitet das Signal in weniger als einer Sekunde an den Schiedsrichter weiter.“

Fritz Stuchlick, UEFA Schiedsrichter, erklärte: „Jede funktionierende technische Neuerung ist prinzipiell zu begrüßen. Die Frage ist natürlich, mit welchem Kostenaufwand die Stadien ausgerüstet werden müssen, um überall die gleichen Voraussetzungen zu schaffen.“ Ähnlich auch sein Kollege, Konrad Plautz: „Wenn dieses Experiment positiv verläuft, bin ich absolut dafür, dieses System auch in der Bundesliga einzuführen.“

Der Deutsche Fußballbund will zunächst noch abwarten: „Man muss die Ergebnisse der U 17 WM analysieren und kann dann möglicherweise über den Einsatz bei der WM 2006 entscheiden. Danach wäre auch ein Einsatz im DFB Bereich denkbar – dies ist derzeit aber noch Spekulation“, so der DFB auf Anfrage.

FIFA Chef Sepp Blatter, der normalerweise technischen Neuerungen skeptisch gegenüber steht, hat sein OK für das Experiment gegeben. FIFA Generalsekretär Urs Linsi betont, „dass der Schiedsrichter weiterhin der Chef am Platz sei und dies kein Ersatz für die Augen ist.“ Die Referees können im Einzelfall selbst entscheiden und die Signale auf der Uhr ignorieren.

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