Klingeltöne nerven selbst MTV und Viva

Musiksender führen Sperrzeiten für piepsende Werbung ein

Die Musiksender MTV und Viva wollen nach Informationen des Hamburger Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ die Klingeltonwerbung stark einschränken. MTV wolle ab Oktober von 16 bis 24 Uhr keine Klingeltonwerbung mehr senden, bei Viva werde im kommenden März eine „Klingeltonsperrzeit“ eingeführt.

Zwar hätten die Musiksender ordentlich Geld mit singenden Fröschen und Küken verdient. Die Klingelmonotonie passt aber laut „Spiegel“ nicht in die von Sender-Chefin Catherine Mühlemann geplante Neuausrichtung der Musikkanäle, die zum US-Konzern Viacom gehören.

Die häufig nervtötenden Spots vergraulten auch Zuschauer und klassische Werbekunden. Diese seien aber wichtig für MTV und Viva, um die Wachstumsvorgaben des US-Mutterkonzerns erfüllen zu können, wie es heißt.

Die Musikindustrie sei über die Pläne entsetzt: Die Musiksender seien die wichtigste Werbeplattform für Klingeltöne, die für die Plattenlabels inzwischen eine erhebliche Einnahmequelle darstellten. Die Strategie ist laut „Spiegel“ für MTV und Viva nicht ohne Risiko: Zuletzt stammten mitunter über 40 Prozent der Werbeeinnahmen der Musiksender aus der Klingeltonreklame. Eine Bestätigung von MTV und Viva war zunächst nicht zu erhalten.

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Neueste Kommentare 

8 Kommentare zu Klingeltöne nerven selbst MTV und Viva

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  • Am 22. August 2005 um 9:53 von Werner

    Sehr gut!
    Weg mit dem Dreck von Teenieverdummung… Lieber Werbung für Klingeltonselbsterstellungsprogramme.

    So besteht ja die Hoffnung dass ich mal wieder Viva/MTV schauen kann ohne Ausschlag zu bekommen…

    Werner

    • Am 22. August 2005 um 9:59 von Peter

      AW: Sehr gut!
      Dem stimme ich voll und ganz zu!

      Endlich Musikvideos ansehen, ohne man dass nach zwei drei Videos von irgendwelchen Spionen angeschrieen wird.

      Ganz ehrlich: Wer auf diese Werbung hereingefallen ist, der muss schon sehr dämlich sein…

      Peter

    • Am 23. August 2005 um 9:19 von hans

      AW: AW: Sehr gut!
      Stimme ich zu, mit der traurigen Erkenntnis das die Jugend schon sehr dämlich sein muß weil wenn es sich nicht rentieren würde, hätte dieser wirtschaftszweig keine chance

      ich freu mich, wieder mal mtv oder viva einzuschalten

  • Am 22. August 2005 um 21:05 von Steffke

    Endlich
    Endlich ist es soweit darauf habe ich schon ewig gewartet

  • Am 23. August 2005 um 7:35 von Fritz Pinguin

    Wozu Klingeltoene?
    Jede MP3-Datei ist gut als Kligelton, wenn man die richtige Handgurke hat. Und die Dinger kann man sich selber basteln :-)

  • Am 24. August 2005 um 9:03 von KeinHandyFan

    Volksverdummung
    Der ganze Handywahn ist doch die reinste Volksverdummung und bringt unsere Wirtschaft an den Abgrund.
    Kinder verschwenden ihr Geld für diesen Müll und Erwachsene sind oftmals noch schlimmer.
    Das Geld, welches Milliardenfach in den Mobilfunkmarkt fließt, fehlt doch einfach der ganzen Konsumwirtschaft.

    Darüber sollte man einfach mal nachdenken.

    Mein Vorschlag wäre auch, dass man eine neue Handysteuer (wie Ökosteuer) einführt, dann könnten dadurch ja auch die Lohnnebenkosten weiter gesenkt werden. Für jedes Gespräch einfach ein Cent zusätzlich an den Staat.

    • Am 24. August 2005 um 21:24 von Weini

      AW: Volksverdummung
      Hallo

      Handysteuer ist ne prima Idee. Entweder spült es jede Menge Geld in die Kassen des Staates ( natürlich nur für Schulen, Unis, Kindergärten, Pflege etc.) oder die Leute quasseln weniger Schwachsinn am Telefon. ( wär‘ ja auch was wert).
      Es stimmt aber nicht, dass das Geld, das für Handys und das Drum und Dran ausgegeben wird, der Konsumwirtschaft entzogen wird. Die Handyindustrie gehört ja auch zur Konsumwirtschaft.
      Wo das Geld letztlich hinfließt ist für den Geldkreislauf völlig egal. Hauptsache es wird wieder ausgegeben.

      Freundliche Grüße

    • Am 25. August 2005 um 7:49 von KeinHandyFan

      AW: AW: Volksverdummung
      Für den Geldkreislauf mag es vielleicht egal sein. Aber dieses Geld ist nur noch auf einen kleinen Kreis begrenzt.
      Vielleicht noch die wenigen Mitarbeiter der Mobilfunkbonzen oder den Shopinhabern.
      Aber der eigentliche Konsument (z. B. Eltern, Jugendliche, Kinder) hat das Geld in jedem Fall nicht mehr zur Verfügung.
      Also, wenn eine Kleinstadt also viele Handysüchtige hat, dann haben diese Leute definitiv nicht mehr das Geld um es in ihre kleine Ökonomie zu investieren. Dieses Geld ist dann wohl eher in Düsseldorf (Vodafone) oder Bonn (T-Mobile) zu finden.

      So ähnlich würde ich es mal umschreiben.

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