Studie: „Musikpiraten“ bringen gutes Geschäft

Eine Studie des britischen Musikforschungsunternehmen „The Leading Question“ zeigt, dass illegale Filesharer auch diejenigen sind, die am meisten Geld für legale Downloads ausgeben. Sie investieren viereinhalb Mal mehr in legale Files als der durchschnittliche Konsument. Aus dem Bericht geht hervor, dass es seitens der Musikindustrie sinnvoller wäre, diese Klientel von legalen Alternativen zu überzeugen, als nur strafrechtlich gegen sie vorzugehen, berichtet die BBC.

Nach Angaben der Musikindustrie haben sich legale Downloads im ersten Halbjahr 2005 verdreifacht. – Rund 10 Millionen Songs wurden von Januar bis Juni auf legalem Weg herunter geladen. „Es ist ein Mythos, dass alle illegalen Downloader darauf versessen seien das Gesetz zu brechen, um an gratis Musik zu kommen“, sagt Paul Brindley, Direktor von The Leading Question. Die Studie zeigt, dass Personen, die regelmäßig illegale Internetplattformen zum File-Sharing benutzen, im Durchschnitt acht Euro pro Monat für legale digitale Musik ausgeben. Im Vergleich dazu bringen andere Musikfans nur 1,84 Euro ein. Konsumenten, die das Gesetz brechen, seien ein wichtiges Kundenpotenzial für die Zukunft, so Brindley.

Die BPI (British Phonographic Industry) begrüßte die Ergebnisse der Studie, mahnte aber auch vor zu viel Enthusiasmus in der Musikindustrie. Es sei zwar ermutigend, dass immer mehr Menschen legale Downloads nutzen, aber insgesamt würden File-Sharer einfach zu wenig Geld für Musik ausgeben, bemängelt BPI Sprecher, Matt Philips. Studien würden zeigen, dass zwar ein Drittel der illegalen Downloader mehr Musik kaufen würde, zwei Drittel jedoch geben weniger Geld dafür aus.

The Leading Question fragte 600 Musikfans auch, welche Musikgeräte sie im nächsten Jahr kaufen würden. Davon gab ein Drittel an, sich für einen MP3-Player zu entscheiden, aber nur acht Prozent zeigten Interesse an MP3-fähigen Mobiltelefonen. Die Technik der Handys sei noch nicht ausgereift genug, Konsumenten befürchten zu schwache Akku-Leistungen und haben Angst das Telefon und damit ihre komplette Musikkollektion zu verlieren.

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2 Kommentare zu Studie: „Musikpiraten“ bringen gutes Geschäft

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  • Am 28. Juli 2005 um 1:08 von Musikfan

    Industrie muss noch viele Hausaufgaben machen
    Wenn ich darüber nachdenke, dass ich vor längerer Zeit auch schon mal ein paar MP3’s heruntergeladen habe, dann kann ich nur sagen, dass ich nur die Musik genommen habe, die ich ohnehin nicht gakauft hätte. Oder ich habe es nur zum Reinhören benutzt, weil ich mir dann das Original gekauft habe.
    Da mir aber diese Aktionen aber zu lästig waren, habe ich schon seit mehreren Jahren keine Musik mehr runtergeladen. Ich kaufe dann gleich oder lasse es, wenn ich mir unsicher bin.
    Da ich aus Gesprächen weiss, dass auch andere so handeln, kann ich nur sagen, dass die Industrie wohl nicht den großen Schaden durch das Internet bekommet, sondern eher dadurch, dass ohnehin der Luxus immer teurer wird. Und was man wirklich nicht braucht, dass kauft man dann nicht.
    Deshalb möchte ich sagen, die Verluste hätte die Industrie so oder so bekommen.
    Wenn die Musikindustrie aber Schäden zu verzeichnen hat, dann wohl nur bei den Schwarzpressungen, die als Original verkauft werden.

  • Am 30. Juli 2005 um 15:21 von McMusic

    Die Qualität der Musik
    Vielleicht sollte die Musikindustrie weltweit nicht irgendwelchen Schrott für Gold verkaufen. Die Produktionskosten könnten doch auch dort gesenkt werden. Wenn man sich auch dort zum Beispiel die Managermargen ansieht, fragt man sich, ob das denn nun sein muss. Weiterhin ist Werbung wichtig, aber wenn Werbung nervig wird (siehe Musik TV) dann schaltet auch der letzte Musikfreund die Werbung aus. Somit wäre das wiederum eine Fehlinvestition. Daher sind generell Downloads schon eine nicht so kostenintensive Angelegenheit.
    Ich selbst habe sowohl in Tauschbörsen als auch bei Musikportalen gedownloaded. Wenn ich "illegal" unterwegs war, dann habe ich aber eher Exoten gesucht und gesaugt, die in den offiziellen Portalen niemals zu finden sein werden. Schon aus dem Grund nicht, weil man damit kein Geld verdienen kann…

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