Microsoft fordert grundlegend neue Software

Die Programmierkunst des 20. Jahrhunderts ist angeblich endgültig überholt - Microsoft hat in seinem Research-Center in Cambridge die Grundlagen für seine Softwareforschung im 21. Jahrhundert präsentiert. Die heutige Hardwareleistung habe die Entwicklung des Personal Computing extrem beschleunigt – und nun auf die Füße Systembiologie und Computerökologie gestellt.

Im Rahmen des jährlich stattfindenden „Tag der Offenen Tür“ hat Microsoft Research Cambridge neue Grundlagen für die Computerforschung im 21. Jahrhundert vorgestellt. In seiner Eröffnungsrede verdeutlichte der geschäftsführende Direktor des Forschungslabors, Andrew Herbert, dass die Grundlagen des Softwaredesigns des 20. Jahrhunderts durch die Verfügbarkeit von schnelleren und leistungsstärkeren Prozessoren heute technisch größtenteils überholt sind. Zudem appellierte er an die Branche, die Ausbildung zu verbessern sowie die Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Computersprachen und -werkzeugen zu intensivieren. Diese sind entscheidend für die Zukunft des Computers und helfen, die Forschung in allen Bereichen voranzutreiben.

Insgesamt hätten sich die in der Computerwelt geltenden Prinzipien stark verändert. Während Computer-Software früher mit dem Ziel entwickelt worden sei, die bestehenden Hardware-Einschränkungen zu umgehen, virtuellen durch realen Speicher zu ersetzen oder hierarchische Dateistrukturen zu erstellen, profitiere Software heute von den Möglichkeiten moderner Programmiersprachen. Diese verringern beispielsweise den Bedarf an virtuellem Speicher und optimieren durch erhöhte Kapazitäten die Suche und das Indizieren von Dateisystemen.

„Hardware hat sich heute so stark weiterentwickelt, dass auch eine neue Herangehensweise an die Software-Programmierung erforderlich geworden ist. Da uns von Seiten der Hardware keine Grenzen mehr gesetzt sind, können wir neue Arten von Software für die nächste Generation des Personal Computing entwickeln“, sagte Herbert. „Im Rahmen einer langfristigen und erfolgreichen Zusammenarbeit mit Instituten wie dem Nationalen Forschungsinstitut für Informatik und Automatik (INRIA) sind wir hoffentlich in der Lage, die derzeit noch vorhandenen Hindernisse in der Computerforschung aus dem Weg zu räumen und eine für das nächste Jahrhundert gültige Neudefinition auszuarbeiten.“

Wissenschaftler von Microsoft Research demonstrierten in verschiedenen Vorträgen ihre Forschungsaktivitäten und zeigten Lösungen für einige der größten Herausforderungen der Computerwissenschaften auf. Unter den Rednern waren auch die beiden neu gewählten wissenschaftlichen Mitarbeiter der Royal Society, Professor Andrew Blake und Professor Luca Cardelli.

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1 Kommentar zu Microsoft fordert grundlegend neue Software

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  • Am 23. Juni 2005 um 23:12 von Ralf H. Weber

    Wer hat die Welt zu BetaTe$tern gemacht?
    Hier wird von klein Weich wieder die Verunsicherung der Nutzer forciert.
    Die eigenen Produkte nicht in den Griff
    bekommen (wer zählt die patches ?), Konkurenten mit großsprecherischen Ankündigungen ins Abseits drücken. Was geliefert wurde ist wohl jedem leidvoll geläufig.
    Vorsicht ist angebracht, alles nur Show
    für den M$-Gewinn, alle anderen sollen wieder draufzahlen.

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