Office 12: Microsoft macht XML zum Standard-Dateiformat

Zugriff auf Informationen durch andere Anwendungen soll deutlich einfacher werden

Microsoft will in dem für die zweite Jahreshälfte angekündigten Office 12 XML als Standard-Dateiformat etablieren. Dadurch soll der Zugriff auf Informationen in Office-Dokumenten durch andere Anwendungen erheblich einfacher werden.

Als weitere Vorteile führt Microsoft ins Feld, dass dadurch die Größe der Dateien abnehme und das Risiko der Datenkorruption geringer sei. Zwar können Excel und Word heute schon mit XML umgehen, standardmäßig setzen die Redmonder aber nach wie vor auf ein proprietäres Format. Die XML-Unterstützung soll in Office 12 deutlich erweitert werden und neben Word und Excel auch Powerpoint umfassen.

Takeshi Numoto, Senior Director für Microsoft Office System sagte, dass man sich mit Office 12 Szenarien vorstellen könne, in deren Rahmen zahlreiche Office-Dokumente als Datenquellen fungieren. „Sie könnten Excel mit Sales-Daten in einem Backend-System verbinden. Das ist eine Situation, in der die Grenzen zwischen Content und Daten verschwimmen“, beschreibt der Microsoft-Manager die Vorteile der Umstellung.

Laut Microsoft sind die neuen Dateiformate mit den bereits existierenden Dokumenten kompatibel. Die Redmonder wollen zudem einen Konverter für Office-Dateien ab Version 2000 bereitstellen. Änderungen wird es auch bei den Dateiendungen geben, die künftig .docx, .xlsx und .pptx heißen. Der Softwarehersteller sicherte in diesem Zusammenhang zu, dass die neuen Formate voll dokumentiert und lizenzgebührenfrei zu haben sein werden.

Branchenbeobachter sehen durch den Wechsel gerade beim Zugriff auf Informationen in verschiedenen Office-Dokumenten Vorteile. Jim Murphy von AMR Research sprach davon, dass Microsoft XML der breiten Masse zugänglich macht. Er erwarte aber, dass sich Kunden um mögliche Inkompatibilitäten Sorgen machen werden, der Schritt aber überwiegend positiv aufgenommen werde. Das Versprechen von Microsoft von den kleineren Dokumenten wollte Murphy aber nicht so recht glauben.

Sue Feldman von IDC sagte, dass Microsoft mit der Umstellung auf XML dem Branchentrend folge und teilte die Meinung des AMR-Kollegen, dass Kunden erst dann in Office 12 investieren werden, wenn der problemlose Umgang mit älteren Dateien unter Beweis gestellt wurde.

Microsoft zufolge ist es möglich, bei Office 12 auf den Einsatz der neuen XML-Dokumente komplett zu verzichten, dann werde einfach mit den alten Formaten gearbeitet. Bei der Bearbeitung älterer Dateien werde das Format beim Abspeichern nicht verändert.

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4 Kommentare zu Office 12: Microsoft macht XML zum Standard-Dateiformat

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  • Am 2. Juni 2005 um 18:15 von Liberius Sylvester

    Wieder einen eigenen Weg
    Trotzdem dass Microsoft Mitglied bei OASIS ist, unterstützen sie nicht den gerade verabschiedeten Standard Open Document. Wieder machen sie es anders, um ihre eigenen Vorstellungen durchzudrücken. Wie soll es unter solchen Vorraussetzungen einen funktionierenden Datenaustausch geben?

    • Am 9. Juni 2005 um 9:48 von Michael Strödick

      AW: Wieder einen eigenen Weg
      Das Erkennen von Microsoft-Formaten wird dennoch bedeutend vereinfacht. Ich finde, daß das ein schon lange überfälliger Schritt war. Bisher hatten ja sogar Dokumente zwischen den verschiedenen Office-Versionen Probleme mit der ein oder anderen Kleinigkeit.

      gegrüßt!

  • Am 9. Juni 2005 um 10:02 von MS-Hegemonie

    Die PDF-Burg wird angegriffen!
    Netscape, Realnetwork, WordPerfect sind die prominentesten der zahllosen Opfer der Microsoft-Hegemonie.

    Sun sollte auch schon tot sein, hat aber nicht geklappt!

    Jetzt soll Adobe’s PDF angegriffen werden! ….und mit anderen Umständen auch BlueBery!

    Wie lange lassen wir uns das gefallen?

    Ich habe zwar die meisten MS-Produkte,…

    ich benutze aber keins, …

    weil sich herausgestellt hat, daß die anderen Programme besser, schneller, logischer und übersichtlicher sind.

    Wer wird Microsoft in die nächste BS-Generation folgen?

    Wenn sich MS da nicht verrechnet!

  • Am 29. Juni 2005 um 9:12 von kepawo

    Werbung
    Dass selbst sie auf den Zug aufgesprungen sind und man sich so aufdringlich mit Werbung konfrontieren lassen muss bei ihren Artikeln, ist ein Armutszeugnis.

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