USA: Bericht warnt von RFID-Missbrauch

Nur eine von 23 staatlichen Vertretungen hat sich mit datenschutzrechtlichen Fragen auseinandergesetzt

Einem am Freitag veröffentlichten Bericht des „Government Accountability Office“ (GAO) zufolge nutzen bereits 13 der größten staatlichen Vertretungen in den USA RFID oder haben entsprechende Pläne. Jedoch nur eine von insgesamt 23 befragten Vertretungen habe sich mit juristischen oder datenschutzrechtlichen Auswirkungen auseinandergesetzt. Die GAO ist Teil des Kongresses und untersucht die Verwendung von staatlichen Geldern.

„Wichtige Belange im Bereich der Sicherheit umfassen den Schutz der Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit von Daten und Informationssystemen“, so das GAO. „Bei den datenschutzrechtlichen Fragen geht es unter anderem um die Benachrichtigung der Verbraucher, die Erfassung der Bewegungen Einzelner, das Aufzeichnen der Verhaltensweisen und Vorlieben und die Weiterverwendung dieser Informationen.“

Beim Einsatz von RFID in Warenlagern gibt es wenige Bedenken, geht es um die Nutzung in Identifikationskarten, sieht die Sache laut dem GAO jedoch ganz anders aus. So würden sich Verbraucher Sorgen darüber machen, ob bestimmte gesammelte Daten persönliche Informationen wie medizinische Veranlagungen oder Krankheitsgeschichten offen legen könnten. Im US-Bundesstaat Kalifornien wurde diesen Monat ein Verbot von RFID-Tags in Führerscheinen und anderen staatlichen Papieren beschlossen.

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2 Kommentare zu USA: Bericht warnt von RFID-Missbrauch

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  • Am 30. Mai 2005 um 21:18 von Ulli

    RFID auch ab Oktober in deutschen Reisepässen
    Schöne Grüße von Huxley, Orwell und Co. Dabei geht´s noch nicht mal um eine Verschwörungstheorie oder Ähnliches. Den meisten Menschen wird es wohl gleichgültig sein, ob sie in ihrem neuen Reisepass, der ab Oktober ausgestellt wird (und, wie man hört, 250 Euro kosten soll), auch diese Technologie implementiert ist und dass damit der Staat nun der Privatsphäre des Bürgers endlich den finalen Todesschuss versetzt hat. Es geht dabei nicht mal darum, ob es vielleicht sein könnte, dass diese Technologie kommt – es ist einfach so. Finden Sie sich damit ab. Wer kein böser Bube ist, der braucht ja nichts zu befürchten. Zu lang ist die Liste derer, die aus den für Normalsterbliche unerfindlichen Gründen irgendwie und obwohl sie völlig unschuldig sind, in die Mühlen der Executive und Judikative geraten sind – und unschuldig brummen… Da macht sich so ein Daumenabdruck doch wirklich aus wie der Gute Nacht-Gruß des Sandmännchens. Schön weiterträumen…

  • Am 31. Mai 2005 um 9:36 von M. Caspari

    RFID in Geldscheinen
    Wenn die neuen EURO-Noten mit RFID-Chips ausgestattet werden, wird es einen riesigen Bedarf an auf der Innenseite metallbeschichteten Geldbörsen (oder auch nur Briefumschlägen) geben.
    Denn Taschendiebe werden wohl die ersten sein, die dann mit RFID Scanner feststellen wollen wieviel Geld jemand mit sich herumträgt.
    Das ist auch eine Art der Reduzierung auf Kernkompetenzen….

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