Windows oder Linux: Streit um Kosten für Fehlerbehebung

Microsoft reklamiert Vorteile für das hauseigene Betriebssystem

Eine von Microsoft in Auftrag gegebene Studie, in der unter anderem die Kosten für das Patchen von Windows und Linux verglichen werden, sorgt mal wieder für Ärger. Die Untersuchung bescheinigt Windows hier einen Kostenvorteil von 14 Prozent, wurde aber von manchen Analysten und Unternehmen als „veraltet“ und „unrealistisch“ bezeichnet.

Diese Art von Studien könne nicht als Anhaltspunkt für die Kosten für das Patching oder die Wartung von Applikationen in der Realität herangezogen werden, so Frost & Sullivan-Analyst James Turner. Angaben über ROI und TCO seien Schätzungen der Hersteller, daher sei Vorsicht geboten.

Paul Kangro von Novell identifizierte mehrere Probleme bei der Studie. So wurde diese zwar erst im vergangenen Jahr durchgeführt, beziehe sich aber auf Probleme, mit denen Administratoren 2003 zu kämpfen hatten – bevor auf diesem Sektor bei Linux deutliche Verbesserungen erzielt worden seien. Er kritisiert zudem, dass in der Studie die Kosten für den notwendigen Reboot der Systeme nicht beziffert worden sind.

Sean Moshir, CEO des Patch-Spezialisten Patchlink, schlägt sich dagegen auf die Seite der Redmonder. Untersuchungen hätten ergeben, dass die Kosten pro Patchvorgang bei Microsoft geringer seien, auch beim Testen und bei der Dokumentation der positiven und negativen Auswirkungen liege Microsoft in Führung. Er führt dies auf die höhere Zahl möglicher Konfigurationen bei Open Source-Software zurück.

Kangro räumte ein, dass „einige technische Sacherverhalte in der Vergangenheit dafür verantwortlich waren, dass der Umgang mit Linux verfahrenstechnisch schwieriger war“, relativierte die Aussage jedoch gleich wieder: „Wenn sich jemand auf beiden Plattformen gleich gut auskennt, glaube ich nicht, dass es komplex ist.“

Die fragliche Studie mit dem Titel „The Total Cost of Security Patch Management: Comparison of Microsoft Windows and Open Source Software“ wurde von Wipro durchgeführt und ist Teil von Microsofts „Get the Facts“-Kamapgne, mit der die Redmonder demonstrieren wollen, dass die eigene Software quelloffenen Produkten überlegen ist. Meistens illustriert Microsoft dabei angebliche Vorteile auf der Kostenseite. Die im Rahmen der Kampagne verwendeten Studien haben in der Vergangenheit immer wieder für Ärger und Widersprüche von Konkurrenten gesorgt.

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