Yahoo muss Eltern von getötetem Soldaten Mail-Zugriff gewähren

Der Onlinedienst hatte dies aufgrund seiner Datenschutzrichtlinien verweigert

Im Streit um den Zugang zu E-Mails eines getöteten Soldaten gibt es nun eine juristische Lösung. Ein Gericht im US-Bundesstaat Michigan hat angeordnet, dass Yahoo den Eltern des im Irak gefallenen Justin Ellsworth zu Zugriff auf dessen elektronische Nachrichten ermöglichen muss. Yahoo hatte dies unter Verweis auf die eigenen Datenschutzrichtlinien zurückgewiesen, die nur dem Inhaber des Accounts Zugangrechte einräumen.

Der Internet-Anbieter hat das Urteil nun umgesetzt und dem Vater von Justin Ellsworth eine CD mit mehr als 10.000 Seiten Text übergeben. Die Ausdrucke sollen Anfang nächster Woche folgen. „Wir sind damit zufrieden, dass das Gericht diese Sache geklärt hat“, so Yahoo-Sprecherin Mary Osako. Das Unternehmen wolle seine Datenschutzrichtlinie deshalb aber nicht ändern.

Rechtsexperten zufolge steht ein allgemeingültiges Urteil, ob E-Mails zum Besitzstand des Erblassers zum Zeitpunkt seines Ablebens gehören, aber noch aus. Es sei aber naheliegend, dass E-Mails und Zugangsdaten wie andere Besitztümer behandelt würden.

Die Provider verhalten sich in dieser Frage unterschiedlich. Während Yahoo die Daten nur an den Besitzer eines Accounts herausgibt, zeigt sich AOL den Hinterbliebenen gegenüber freigiebiger. Der Onlinedienst verlangt lediglich die Kopie der Sterbeurkunde.

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4 Kommentare zu Yahoo muss Eltern von getötetem Soldaten Mail-Zugriff gewähren

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  • Am 23. April 2005 um 12:12 von modiliani

    Privatsphäre
    also meiner Meinung nach, ist Yahoo im Recht gewesen. Ich persönlich wöllte nicht, dass meine Eltern meine E-Mails bekommen. geht sie ja schließlich gar nichts an, was ich mit wem wann maile. Sonst könnt ich ja gleich ne Kopie davon an sie senden. Egal ob noch auf der Erde oder im Jenseits, das ist denk ich eindeutig Privatsphäre…

    • Am 23. April 2005 um 16:44 von Werner Richter

      AW: Privatsphäre – aber
      Wenn du Briefe schreibst und deine Kinder/Eltern sie nach deinem Ableben in einer Kiste deines Kleiderschrankes finden, werden sie wohl auch selbst entscheiden müssen, ob sie diese lesen – wenn du das nicht willst, musst du sie wegschmeißen! Warum sollte das bei Emails anders sein?

    • Am 24. April 2005 um 9:28 von Letzter Wille?

      AW: Privatsphäre
      Ich finde Du hast vollkommen recht. Man sollte auch die Privatsphäre über den Tod hinaus achten.

      Ich kann die Eltern nicht verstehen,
      denn es ist durchaus denkbar, daß das was sie duch diese Indiskretionen erfahren, garnicht gut für die Erinnerung an den Vestorbenen ist!
      Die Mails, die sie anging, haben sie doch sowieso!

      Ich wünsche mir von den Providern eine Verfügung, daß alle Mails beim Tod zu löschen sind.

    • Am 25. April 2005 um 0:38 von Filosofolus

      AW: AW: Privatsphäre
      Ich hebe auch viele Mails auf. Bis jetzt hab ich mir aber noch nie Gedanken darüber gemacht, was im Falle von Tod oder nur Unfall usw damit geschieht. Das beste wäre wohl tatsächlich, im Anmeldeformular würde es eine Frage danach geben. Wer will schon, daß Eltern oder Kinder oder sonstige Verwandschaft in seiner Privatsphäre rumschnüffelt, auch wenn´s nach dem Ableben ist.

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