Neuer Siebel-Chef gibt zu: „Wir können das besser“

Der CRM-Spezialist sei kein Übernahmekandidat

Am Montag sprach George Shaheen, neuer CEO von Siebel, im Rahmen der jährlichen Anwender-Konferenz vor Kunden und Journalisten in Barcelona. Er verteidigte die Eigenständigkeit des Unternehmens: „Wir wollen auch nächstes Jahr und in den Jahren darauf noch da sein.“

Trotz der enttäuschenden Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2005 muß man sich laut Shaheen keine Sorgen um die finanzielle Sicherheit von Siebel machen. Er gab an, das Unternehmen habe noch Bargeldreserven in Höhe von 2,2 Milliarden US-Dollar. „Wir sind finanziell stark. Wir legen jedes Jahr rund 200 Millionen in liquiden Mittel zurück. Das ist hier kein Unternehmen, das am Rande des Abgrunds steht, und auch keines, das sich auf seinen bisherigen Erfolgen und der Kundenbasis ausruht.“

Dennoch habe man in der Vergangenheit Fehler gemacht, gab Shaheen zu. Dabei hätte Siebel vor allem den Trend zum gehosteten Customer Relation Management unterschätzt, den Firmen wie Salesforce.com vorantreiben. Aber: „Ich denke, wir können das besser. Wir können besser auf unsere Kunden hören.“

Marktbeobachter spekulieren seit einer Woche, ob Siebel nicht endgültig reif für eine Übernahme, etwa durch Oracle, sei. Am vergangenen Mittwoch hatte der Aufsichtsrat überraschend CEO Mike Lawrie entlassen, der den Posten nicht einmal ein Jahr inne hatte – direkt vor dem wichtigsten Event des Jahres für Siebel, der Anwender-Konferenz.

Lawrie hatte dem Unternehmen einen strikten Sparkurs verordnet, den Shaheen nun nicht mehr fortführen will: „Ich werde dieses ewige Streichen nicht fortsetzen. Ich habe noch nie ein Unternehmen gesehen, das durch Kosteneinsparungen erfolgreich war“, meinte der frischgebackene CEO. Firmengründer Tom Siebel sei ins Tagesgeschäft nicht mehr involviert. „Er sagte zu mir: Das ist deine Firma. Das habe ich wörtlich genommen“, meinte Shaheen.

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