Dell und HP lehnen Windows N ab

"Wenn es keinen preislichen Unterschied gibt, entsteht kaum ein Kaufanreiz"

Die beiden weltgrößten Computerhersteller Dell und Hewlett-Packard (HP) räumen „Windows N“, der abgespeckten Version des Betriebssystem Windows, die der Softwarekonzern Microsoft auf Betreiben der EU-Wettbewerbshüter auf den Markt bringt, wenig Chancen ein. Dell will seinen Kunden die Variante ohne den Media-Player gar nicht anbieten. HP rechnet nur mit einem geringen Absatz. „Wenn es keinen preislichen Unterschied gibt, entsteht kaum ein Kaufanreiz“, sagte Ingo Juraske, Vize-Präsident von HP Europa.

Die Ankündigungen der beiden Konzerne, die zusammen knapp 30 Prozent des westeuropäischen Markts abdecken, sind ein Rückschlag für die Bemühungen der EU-Kommission, Microsofts Konkurrenten bei den Medien-Spielern eine bessere Wettbewerbsposition zu verschaffen. Nach jahrelangen Verhandlungen hatten sich EU und Microsoft auf die zusätzliche Windows-Version geeinigt.

Allerdings hat die Kommission bislang keinen Preisunterschied festgeschrieben, weil sie fürchtet, solch eine Vorschrift sei möglicherweise nicht gerichtsfest. Microsoft argumentiert, beide Versionen des Betriebssystems müssten gleich teuer sein, da der Konzern bereits seit längerem den Media-Player kostenlos im Internet anbiete. Die Brüsseler Wettbewerbshüter wollen jetzt die weiteren Marktreaktionen beobachten und möglicherweise doch noch einschreiten. „Der Preis ist einer der Aspekte, über die wir noch nachdenken“, sagte EU-Kommissionssprecherin Antonia Mochan.

Der Media-Player von Microsoft ist das weitest verbreitete Computer-Programm, das Musik und Videos spielt. Stärkster Konkurrent ist nach Real Networks der Computerriese Apple mit dem Programm Quicktime.

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1 Kommentar zu Dell und HP lehnen Windows N ab

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  • Am 5. April 2005 um 6:08 von Gast

    Als Anwender …
    … bin ich interessiert, eine Windows-Version auf meinem Computer vorzufinden, die sich auf das Betriebssystem beschränkt.

    Anwendungsprogramme wie Media Player und OE, die durch ihre feste Implementierung möglicherweise Kollisionen mit Programmen anderer Hersteller hevorrufen, stören mich.

    Wenn jetzt die Anbieter der großen Anzahl von Computern mit vorinstalliertem Betriebssystem die abgespeckte Version von Windows XP nicht anbieten wollen, dann ist das weiter oben gewünschte Ergebnis wieder gefährdet.

    Interessant wäre eine Lösung, nach der das Betriebssystem ständig ohne weitere Programme verkauft wird. Media Player, Internet Explorer, Outlook Express etc. können dann als Freeware zusätzlich angeboten werden.

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