Ryanair geht gegen Gewerkschafts-Seite vor

Billigflieger fordert Herausgabe der Namen von kritischen Piloten

Ryanair fordert vor Gericht die Preisgabe der Identität von Piloten, die auf einer Webseite die Beschäftigungspraktiken des irischen Billigfliegers kritisiert haben und bringt sämtliche Pilotengewerkschaften gegen sich auf. Im unabhängigen Internetforum Repaweb, das gemeinsam von der britischen und irischen Pilotengewerkschaft betrieben wird, beschwerten sich Ryanair-Piloten über die Umschulung vom alten Flugzeugtyp der Ryanairflotte auf die neu erstandenen Boeings 737-800. Es heißt, dass die Piloten gezwungen werden für die Umschulung selbst aufzukommen. Ohne Umschulung drohe ihnen die Entlassung, berichtet der Guardian.

Ryanair streitet den Vorwurf ab und behauptet Crew-Mitgliedern lediglich angeboten zu haben, einen Fünf-Jahresvertrag zu unterschreiben. Die Umschulungskosten werden zurückverlangt, sollte der Pilot vor Ablauf dieser fünf Jahre das Unternehmen verlassen. Das Unternehmen behauptet weiter, die Webseite der Gewerkschaft soll Piloten, die das Umschulungsangebot annehmen wollen, bedroht und eingeschüchtert haben. Laut Ryanair-Personalmanager Eddie Wilson soll in Postings sogar zu kriminellen Aktivitäten gegen die Fluggesellschaft und ihrem Personal aufgerufen worden sein.

„Wir sollten unsere Position, die Namen von Piloten, die miteinander über ihre Probleme und Bestrebungen diskutieren, nicht preiszugeben, vehement verteidigen“, fordert Jim McAuslan, Generalsekretär der British Airline Pilots‘ Association (BALPA). Führende Gewerkschaften sind ebenfalls gegen eine Preisgabe der Namen, da Vertrauen entscheidend in der Luftfahrtindustrie sei. Sie betonen die Bedeutung von solchen Onlineforen, in denen Piloten auf Sicherheitsmängel hinweisen.

Der Prozess, der nächste Woche beginnt, ist nicht der erste, den Ryanair gegen virtuelle Anschlagbretter und Internetforen führt. Vergangenes Jahr erreichte der Billigflieger, dass ein Online-Thread von einer unabhängigen Pilotenwebseite gelöscht werden musste. Eine weitere Information musste als Folge einer einstweiligen Verfügung, die Ryanair errang, entfernt werden. Gewerkschaften kritisierten, dass das Personal die Uniformen selbst bezahlen muss sowie auf Flügen keine Mahlzeiten erhält. Die Postings auf Repaweb sind nur für Piloten der Ryanair und Mitglieder der britischen und irischen Fluggewerkschaft einsehbar.

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