Online-Bewerbungen geraten ins Hintertreffen

Personalleiter bevorzugen angeblich die konservative Briefform

Die Mehrheit der deutschen Personalleiter bevorzugt schriftliche statt Bewerbungen per E-Mail. Der Grund: 55 Prozent der Onlinebewerbungen sind nach Ansicht der Personalverantwortlichen fehlerhaft. Dies geht aus einer Umfrage des deutschen Spezialisten für Personalmarketing „Klaus Resch Verlag“ hervor.

Laut Umfrage weisen 66 Prozent der Online-Bewerbungen Mängel wie schlechte Formatierung oder zu hohes Datenvolumen auf. Jede fünfte Bewerbung weist formale oder Rechtschreibfehler auf und jede zweite ist unvollständig. Laut den Autoren der Studie ist dieses Phänomen zwar auch bei den schriftlichen Bewerbungen zu finden, viele Personalleiter bemängeln jedoch, dass das Medium Internet zu Massenbewerbungen verleitet.

41 Prozent der Bewerber geben sogar zu, dass sie bei Bewerbungen per Internet weniger sorgfältig sind. Jede zweite Online-Bewerbung ist nach Angaben der Befragten aber zumindest von gleich hoher Qualität wie die schriftliche Bewerbung. Laut Analysten muss ein Bewerber derzeit etwa 45 Bewerbungen verfassen bevor er zum Erfolg kommt. Vor drei Jahren lag dieser Wert noch bei durchschnittlich zwölf Bewerbungen. Mit durchschnittlich 37 schreiben Ingenieure derzeit die wenigsten Bewerbungen, gefolgt von Naturwissenschaftlern mit etwa 40. Über dem Durchschnitt liegen hingegen Wirtschaftswissenschaftler und Informatiker.

Der höchste Anteil an Onlinebewerbungen ist bei den Informatikern anzutreffen. Geistes- und Naturwissenschaftler versenden im Durchschnitt nur jede dritte Bewerbung online. Alle anderen Fachrichtungen tendieren laut Umfrage eher in Richtung der klassischen, schriftlichen Bewerbung. Nahezu alle Fachrichtungen geben an, dass sie sich im Durchschnitt für eine Onlinebewerbung rund eine Stunde (53 Minuten) Zeit nehmen. Lediglich Informatiker sind schneller, sie brauchen im Schnitt nur etwa 46 Minuten für ihren Curriculum Vitae.

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2 Kommentare zu Online-Bewerbungen geraten ins Hintertreffen

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  • Am 25. März 2005 um 12:26 von rab

    Online-Bewerbungen
    Ein weiterer Gründ für die ungeliebten Online-Bewerbungen dürfte auch in der Faulheit der Personalabteilungen zu suchen sein: Es darf erwartet werden, dass auf eine e-mail auch schnell geantwortet wird, während eine Post-Bewerbung erst mal abgelegt werden kann. Da spielt meines Erachtens die besonders bei deutschen Chefs oft vermisste "Entscheidungsfreudigkeit" eine ziemlich grosse Rolle.

    • Am 27. März 2005 um 13:14 von komplexer als man denkt!

      AW: Online-Bewerbungen
      Das Thema ist komplexer und zeitintensiver als manche denken.

      1) Die Personalabteilungen sind in den wenigsten Fällen der Auslöser für Stellenausschreibungen.

      2) Normalerweise werden Bewerbungen an die auslösende Fachabteilungen weitergegeben, wo verglichen, ausgewerten und entschieden wird.

      3) Da entstehen zwangsläufig Dienstwege.

      4) Zum Inteview wird nach der abgestimmten Priorirätsliste gebeten. Da gibt es zwangsläufig schon mal Wartezeiten für den Einzelnen.

      5) Das hat allgemein nichts mit Entscheidungsmangel zu tun.

      6) Nach meinen Erfahrungen ist man mit einer schriftlich vorliegenden Bewerbung aussichtsreicher, weil

      a) Internetbewerbungen verursachen Mehrarbeit im Unternehmen und stellen außerdem ein zusätzliches Sicherkeitsrisiko dar.

      b) Aus zweiter Hand, vom Internet ausgedruckte Bewerbungsunterlagen sehen sehr oft unattraktiv bzw. dürftig aus.

      c) Internet ist heute kein Merit mehr, sondern wird vorausgesetzt.

      d) Zunehmend findet man auch die Auffassung, daß sensible Daten, die Bewerbungen nun mal sind, nicht in den eMailversand gehören.

      Fazit:
      Die herkömmlich geschriebene Bewerbung ist für den Kandidaten die aussichtsreichste und für Unternehmen die kostengünstigste Lösung und genügt allen Sicherheitsanforderungen.

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