Retek-Schlacht: Oracle lässt nicht locker

Unternehmen reagiert auf die jüngste SAP-Offerte

Das Tauziehen um den Zuschlag für das US-Softwarehaus Retek hält an. Nachdem SAP sein Angebot am Donnerstag erhöht hatte, legte Konkurrent Oracle direkt wieder nach. Das US-Unternehmen Oracle teilte am Donnerstag mit, es habe die Bar-Offerte auf 11,25 Dollar pro Aktie erhöht. Zudem habe man bereits 5,5 Millionen Retek-Aktien aufgekauft, was nahezu zehn Prozent der umlaufenden Titel entspreche.

Zuvor hatte SAP sein Übernahmeangebot für Retek um 29 Prozent auf elf Dollar je Retek-Aktie aufgestockt und die frühere Offerte von Oracle klar überboten. SAP hatte seine jüngste Offerte über rund 617 Millionen Dollar (rund 461 Millionen Euro) als letztes Wort bezeichnet.

Ursprünglich hatte SAP 8,50 Dollar je Aktie geboten. Wenige Tage nach dem vom Management von Retek unterstützten Angebot hatte Oracle mit einer Offerte von neun Dollar je Aktie gekontert und den Bieterwettstreit entfacht. Das Management von Retek hatte den Aktionären empfohlen, die als „bestes und letztes Angebot“ bezeichnete SAP-Offerte zu akzeptieren.

Von der Übernahme der auf Software für Handelsunternehmen spezialisierten Retek versprechen sich SAP und Oracle einen besseren Zugang zu Kunden im Groß- und Einzelhandel. Retek arbeitet profitabel und zählt die US-Modekette GAP und den britischen Einzelhandelskonzern Sainsbury zu seinen Kunden. Der Einzelhandel zählt neben Banken zu den Branchen, in denen SAP sein Wachstum forcieren will. Die seit Jahren zwischen SAP und Oracle bestehende Rivalität im Geschäft mit Firmenkunden hatte die milliardenschweren Übernahme des US-Software-Anbieters PeopleSoft durch Oracle zu Jahresbeginn noch verschärft.

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