Breitband: Bund soll Telekom in Schach halten

Gipfeltreffen auf der CeBIT: Der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) sieht den flächendeckenden Ausbau von breitbandigen Netzen nur durch Stärkung der Wettbewerber möglich.

Die Kommunikation mit Hilfe breitbandiger Netze ist eines der großen Themen der diesjährigen CeBIT in Hannover. Anlässlich des dortigen Breitbandgipfels, fordert der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) den Bundeswirtschaftsminister auf, gemeinsam mit dem Markt ein Konzept für den flächendeckenden Breitbandausbau zu entwickeln.

„Um alternative Anschlusstechnologien voranzubringen, brauchen wir endlich Transparenz über die tatsächlichen technischen Gegebenheiten, die in Deutschlands Anschlussnetzen, also ganz überwiegend denen der Deutschen Telekom AG (DTAG), bestehen“, erklärte Jürgen Grützner, Geschäftsführer des VATM,. „Aktueller Handlungsbedarf besteht nicht zuletzt deswegen, weil die Bundesregierung im Breitbandatlas – nachhaltig unterstützt von den Wettbewerbern – genau dokumentieren will, welche Breitbandtechnologien an welchen Orten verfügbar sind und zukünftig für nicht erschlossene Regionen nutzbar gemacht werden können.“

„Hier verzögert die DTAG seit Monaten jedoch erfolgreich die Zusammenarbeit – letztlich mit der Konsequenz, dass wir bei dieser gesellschaftspolitisch wichtigen Aufgabe in Deutschland immer mehr Zeit und den Anschluss an die führenden Industrieländer verlieren. Eine sinnvolle Kooperation aller Beteiligten muss parallel dazu auch auf kommunaler Ebene vorangetrieben werden, statt investitionsvernichtendem Verdrängungswettbewerb die Oberhand zu lassen“, formulierte Grützner die wichtigsten Forderungen des Verbandes.

Heute liegt Deutschland laut Jahresbericht der Regulierungsbehörde für 2004 mit 17 Prozent der Haushalte mit DSL-Anschluss auf einem der letzten Plätze der europäischen DSL-Skala. 6,7 Millionen DSL-Anschlüsse waren Ende 2004 installiert. Im europäischen Durchschnitt verfügen aktuellen Studien zufolge 20 Prozent der Haushalte über einen DSL-Anschluss. Der Anteil der alternativen Anbieter am gesamten Breitbandmarkt, der in Deutschland 13 Prozent beträgt, weist laut 10. Implementierungsbericht der EU eine Bandbreite zwischen 6 Prozent in Polen und 75 Prozent in Großbritannien auf. Ohne die Beitrittsländer erreicht der Anteil in den „alten“ EU-Ländern durchschnittlich rund 44 Prozent.

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1 Kommentar zu Breitband: Bund soll Telekom in Schach halten

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  • Am 15. März 2005 um 8:44 von Tut nichts zur Sache

    Wer hätte denn anderes erwartet
    Unsere Telekom ist und bleibt ein Monopolist. War es denn anders zu erwarten?

    Und dazu noch unersättlich.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass die DSL-Zwangspreiserhöhung beim Wechsel auf 1000 statt 768kBit/s technisch notwendig war.

    Es ging darum, die Anschlussgebühren von 12 EUR auf 17EUR anheben zu können. Damit wurde der DSL-Bereitschaft der potenziellen Kunden in Deutschland eine schwere Hürde in den Weg gestellt.

    Von wegen Telefonieren und Internet wurde billiger! Wir haben nur eine Verschiebung von variablen Gebühren hin zu Fixen Preisen bekommen.

    DSL nicht unter 250EUR im Jahr zu haben; ISDN Telefonieren ebenfalls nicht unter 250 EUR pro Jahr und mobiles Telefonieren nicht unter 120 EUR pro Jahr.

    Ein moderner Haushalt gibt so rund 650 bis 1000 EUR pro Jahr aus.

    Das ist zuviel. Ich habe jedenfalls alle mein T-com und T-mobile Verträge aus Wettbewerbsgedanken gekündigt.

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