Der Mittelstand im Fadenkreuz der IT-Spione

Unternehmer haften persönlich für die IT-Sicherheit: Ein Index soll deutsche Chefs vor Viren, Hackern und Industriespitzeln schützen. Die deutsche Check Point-Geschäftsführerin Petra Jenner erläutert im Gespräch mit ZDNet die Gefahren und die empfohlenen Abwehrmaßnahmen für hiesige Unternehmen.

Der Sicherheitsexperte Check Point hat seinen im Oktober 2004 ins Leben gerufenen Sicherheits-Index vorgestellt. Mit diesem Index soll kleinen und mittelständischen Unternehmen mit bis zu 250 IT-Arbeitsplätzen ein Kontrollinstrument an die Hand gegeben werden, mit dem sie die aktuelle Lage ihrer IT-Sicherheit überprüfen können. Im Gespräch mit ZDNet berichtete die Check Point Deutschland-Geschäftsführerin Petra Jenner von der Intention sowie der Resonanz auf den Index.

ZDNet: Guten Tag Frau Jenner. Sie haben im Oktober vergangenen Jahres Ihren Sicherheitsindex gelauncht. Wie viele Unternehmen aus Deutschland haben sich denn daran beteiligt?

Jenner: Wir konnten einen Zulauf von 821 Unternehmen verzeichnen, die sich auf unserer Sicherheitsplattform informiert haben. Das bedeutet, dass sie sich intensiv damit auseinandergesetzt haben: da gibt es einmal einen kurzen Fragebogen, zum anderen einen intensiveren Fragebogen sowie drittens die Möglichkeit, den Leitfaden herunter zu laden. Die 821 genannten Unternehmen haben all diese Schritte durchlaufen. Eigentlich haben mehr Unternehmen mitgemacht, den einen oder anderen haben wir aber auf dem Weg dahin ‚verloren‘, denn nicht jeder hat bis zum Schluss durchgehalten.

ZDNet: Und dabei handelte es sich ausschließlich um deutsche Mittelständler?

Jenner: Ja, das ganze ist ausschließlich für den deutschen Markt konzipiert. Wir sind zwar ein global agierender Anbieter, doch die Märkte sind überall anders – daher diese spezifische Plattform. Wir wollen die deutschen Unternehmen mit ihren spezifischen Themen adressieren.

ZDNet: Was sind denn diese speziell deutschen Themen?

Jenner: Beispielsweise Haftungsrisiken. Wir wollten den Unternehmen einfach ein Mittel an die Hand geben, sich zu informieren und über die Risiken aufklären zu lassen. Der Sicherheitsindex klärt über To-Dos in der IT-Sicherheit auf, beispielsweise über die regelmäßige Überprüfung seiner Schutzmechanismen oder rechtliche Konsequenzen bei Nichteinhaltung. Nicht jedem gefällt das – ich verstehe nur zu gut, warum: die Mittelständler haben eigentlich andere Sorgen! Die kämpfen ums Überleben und müssen sich im globalen Wettkampf positionieren! Aber es gibt eben politische und gesetzliche Rahmenbedingungen, die sie akzeptieren müssen. Unternehmer, zumal wenn sie auch noch Gesellschafter sind, müssen sich diese Aspekte zu Gemüte führen. Danach weiß er, ob seine Infrastruktur Sicherheitsrisiken aufweist oder nicht.

Viele mittelständische Unternehmen weisen eben noch Sicherheitsmängel auf. Das ist einer der Gründe dafür, dass der Markt für Sicherheitslösungen weiter wächst.

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2 Kommentare zu Der Mittelstand im Fadenkreuz der IT-Spione

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  • Am 16. März 2005 um 21:45 von Bill Bo

    Hört, hört!
    Leider hat der Interviewer nicht gefragt, woraus sich denn die Haftung exakt ableiten soll. Am Ende könnte die Dame ja auch mal einen konkret eingetretenen Fall benennen.

    Und dann "spezifisch für den deutsche Markt" (oder so).
    Haften müssen – ausgerechnet – amerikanische Geschäftsführer (unter bestimmten Bedingungen). Und da gibt´s auch Haftungsfälle.

    Wieder einmal nur eine Marketingblase – und dann noch im Kern zweifelhaft qualifiziert. Das belegt einmal mehr, daß die Beschäftigung mit Firewalls nicht zu einem ausgedehnten Verständnis von Sicherheit führt.

  • Am 18. April 2005 um 5:46 von Lonesome Walker

    Naja…
    Okay, konkrete Fälle sind in dem Artikel nicht genannt worden; aber mal ehrlich: ich bin mir sicher, daß keine Firma das möchte!!!

    Und daß die Unternehmer für aufgetretene Vorfälle haften, das ist doch wirklich Schnee von gestern…

    Aber ich finde es mutig, daß jemand zugibt, daß man sich nur in Sicherheit wiegen kann, wenn man an ihr gerüttelt hat…

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