UMTS: Musik als Killerapplikation

Wie schon im vergangenen Jahr wird auch dieses Mal im Vorfeld der CeBIT der Durchbruch des breitbandigen Mobilfunkdienstes UMTS angekündigt. Diesmal stammt die frohe Kunde vom Branchenverband für Bitkom. Die CeBIT-Ankündigungen rechtfertigen diesen Optimismus nicht.

Zwar wird es dort einen Breitbandgipfel geben, zu den UMTS-Geräten von Motorola/Vodafone wird sich wohl noch das ein oder andere von der Konkurrenz gesellen, aber ein Trend ist das noch lange nicht.

Wenn der Bitkom dennoch eine Verzehnfachung der Nutzerzahlen von mageren 250.000 auf 2,5 Millionen noch in diesem Jahr erwartet, muffelt das gefährlich nach einer Marketing-Aktion für Mitglieder aus der TK-Branche. Gestützt wird die gewagte Prognose vor allem auf die Entwicklungen in Japan und anderen Ländern, in denen der Breitbanddienst bereits läuft. Nur sind die dortigen Erfahrungen nicht unbedingt zu übertragen. Vor allem Japaner gelten als Technik-Freaks, die bereits zur Jahrtausendwende das hier zu Lande dümpelnde Imode ins Herz geschlossen haben, ganz einfach weil es dort so tolle Gewinnspiele gab. Die Akzeptanz von UMTS verlief dagegen vergleichsweise langsam. Trotzdem stellt das Land der aufgehenden Sonne mit 8,4 Millionen Nutzern mehr als die Hälfte des weltweiten UMTS-Marktes. In Europa können lediglich Italien und Großbritannien nennenswerte Nutzerzahlen aufweisen.

Miesmachen gilt nicht. Vielleicht behalten die Bitkom-Auguren ja Recht. Das liegt dann allerdings nicht daran, wie der Verband meint, dass man Japans Einführungsprobleme mit Größe, Gewicht und Energieverbrauch der UMTS-Geräte überwunden hätte. Zentral dürfte die Frage nach der so genannten „Killerapplikation“ sein.

Hier hat die Branche auf der Mobilfunk-Messe in Cannes eine ziemlich eindeutige Antwort gegeben. Da eigene Innovationen gefährlich sind, hat man sich dort entschlossen gleich zwei erfolgreiche Geschäftsmodelle zu kopieren: Klingeltöne und MP3-Player. Der Breitbandnachfolger der Klingeltöne heißt: Musikdownload.

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