Indische IT-Firmen holen sich US-Manager an Bord

Infosys und Co. locken mit viel Geld und sicheren Jobs

Mit erfahrenen westlichen Managern wollen die aufstrebenden indischen IT-Dienstleister wie Infosys und Tata den Expansionskurs Richtung USA und Westeuropa vorantreiben. In den vergangenen Monaten haben indische Firmen so bereits Dutzende Manager von westlichen Branchenschwergewichten wie EDS, Deloitte und Accenture an Bord geholt. Dabei locken die Inder mit hohen Gehältern und sicheren Arbeitsplätzen, berichtet das „Wall Street Journal“ (WSJ).

Weil die Nachfrage nach ihren günstigen Dienstleistungen steigt, werden die indischen Softwareriesen und andere Unternehmen aus der Outsourcing-Branche zunehmend profitabler. So verzeichneten Tata, Infosys und Wipro in den vergangenen Quartalen jeweils Umsatzsprünge von rund 50 Prozent und stellten tausende neuer Mitarbeiter ein. Durch die neue finanzielle Stärke können die Inder nun auch mit hohen Löhnen locken. Westliche Top-Manager, die bei einem indischen Branchenriesen anheuern, verdienen laut WSJ nicht selten im sechs- und siebenstelligen Bereich.

„Die Wachstumsraten, die Indien hinlegt, sind verrückt. Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, die man bei Intel nicht haben kann“, erklärt der ehemalige Intel-Manager Doug Bettinger, der jetzt für den indischen Call-Center-Betreiber 24/7 Customer zwischen Kalifornien und Bangalore pendelt. Zwar müssen indische Firmen in Übersee bei der Suche nach geeigneten Talenten aufgrund ihres geringeren Bekanntheitsgrades einen Aufpreis zahlen. Die indischen Geschäftsleute sind aber offenbar davon überzeugt, dass die erfahrenen westlichen Manager ihnen bei der Eroberung der US- und europäischen Märkte behilflich sein können.

Die indischen Unternehmen haben aber noch einen Trumpf in ihrer Hand. Sie stellen zu einem Zeitpunkt ein, da westliche Arbeiter reihenweise um ihre Arbeitsplätze, die ins Ausland ausgelagert werden, fürchten müssen. Die Inder bieten eine hohe Jobsicherheit, die man beispielsweise im IT-Mekka Silicon Valley, wo derzeit ein gewisser Mangel an Arbeitsplätzen herrscht, so nicht bekommt, schreibt das „WSJ“.

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