Deutschland: Weniger Outsourcing als im europäischen Durchschnitt

Untersuchung von 280 öffentlichen Organisationen und 290 Unternehmen der privaten Wirtschaft in ganz Europa zeigt kaum Unterschiede zwischen öffentlichem und privatem Sektor.

Deutsche Unternehmen und Behörden lagern ihre IT seltener aus als der europäische Durchschnitt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie aus dem November 2004, die Benchmark Research im Auftrag des europäischen IT-Dienstleisters Steria durchgeführt hat. Der öffentliche und der private Sektor in Deutschland und Europa sind sich in Bezug auf die Nutzung von IT-Dienstleistungen jedoch ähnlicher, als Unternehmen und Behörden voneinander annehmen.

Für die Studie „Öffentlicher versus privater Sektor: Einstellungen zu externen IT-Dienstleistungen“ wurden 280 öffentliche Organisationen und 290 Unternehmen der privaten Wirtschaft befragt (Deutschland: 100 Telefoninterviews). Die Studie vergleicht die Nutzung von IT-Dienstleistungen in den beiden Sektoren in Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Norwegen, Schweden und Spanien.

Das Outsourcing von IT-Services spielt in Deutschland insgesamt eine geringere Rolle als im europäischen Durchschnitt. Während in Europa jeweils 51 Prozent der Befragten angaben, für ihre Back-Office-Anwendungen sowie für „Systemintegration und Netzwerke“ IT-Dienstleister zu beauftragen, gilt dies in Deutschland lediglich für 28 Prozent (Back-Office-Anwendungen) beziehungsweise 36 Prozent (Integration und Netzwerke) der Befragten. Auch den Desktop Support (Deutschland 25 Prozent, Europa 41 Prozent), Rechenzentren (32 Prozent/39 Prozent) und Unternehmens-Systeme (24 Prozent/39 Prozent) lagern deutsche Unternehmen und Behörden seltener aus als ihre europäischen Kollegen. Lediglich beim Outsourcing von webbasierten Anwendungen liegt Deutschland mit 60 Prozent über dem europäischen Durchschnitt von 51 Prozent.

Das meistgenannte Motiv für die Beauftragung eines IT-Dienstleisters ist für den öffentlichen und den privaten Sektor in Europa der Zugang zu Experten-Know-how (55 Prozent der Befragten aus dem öffentlichen Sektor, 51 Prozent der Befragten aus der Privatwirtschaft), gefolgt von verbesserten Service Levels (30 Prozent/31 Prozent). Erst dann folgt der Kostenaspekt: Die Reduktion der IT-Kosten ist für 24 Prozent der Befragten im öffentlichen Sektor relevant, Unternehmen aus der Privatwirtschaft messen diesem Punkt europaweit eine etwas höhere Bedeutung zu (32 Prozent der Befragten).

In Deutschland zeigt sich in Bezug auf die Gründe für die Auslagerung an einen IT-Dienstleister ein ähnliches Bild wie in Europa. Der Faktor „Zugang zu Experten-Know-how“ ist für die Befragten aus Deutschland mit 72 Prozent dabei jedoch wichtiger als im europäischen Durchschnitt (53 Prozent). Ein weiterer wesentlicher Unterschied besteht in der Bedeutung, den die Befragten in Deutschland dem Fachwissen des Dienstleisters in Bezug auf das Management von Geschäftsprozessen beimessen: Dies liegt mit einer Zustimmung von 56 Prozent in Deutschland auf Platz zwei, im europäischen Durchschnitt mit 15 Prozent jedoch an letzter Stelle.

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