Die Telekom will den Mittelstand für sich gewinnen

Der Rosa Riese möchte kleine und mittlere Unternehmen verstärkt für seine Angebote begeistern – diese kennen und verstehen aber die Offerten gar nicht.

Nach langer Flaute steigen die Technikausgaben wieder. Laut einer Studie von Meta Group gaben mittelständische Unternehmen im vergangenen Jahr knapp 16 Milliarden Euro für ihre IT aus. Für dieses Jahr wird mit einer Steigerung von sechs Prozent gerechnet. Von diesem wachsenden Kuchen sucht sich auch die Deutsche Telekom ein Stück abzuschneiden – bisher mit bescheidenem Erfolg. Offensichtlich sind nämlich ihre Angebote für Mittelständler nicht angekommen. Es ist unter anderem T-Online, dem bald reintegrierte Online-Geschäftsbereich nicht gelungen, sich als Anbieter von Business-Lösungen für kleine und Mittelständische Unternehmen zu positionieren. Die meisten Geschäftsführer von Agenturen, Firmen und Büros mit bis zu 50 Mitarbeitern kennen dieses Angebot gar nicht. Und wenn sie es kennen, dann befinden sie es als wenig hilfreich.

T-Com würde sich gerne als Anbieter eines umfassenden Produkt- und Lösungsportfolios im Bereich der Informations- und Telekommunikationstechnik sehen. Mit den speziellen T-DSL Angeboten für die Business-Kunden soll auch in dieser Zielgruppe die Breitbandkommunikation etabliert werden. Darüber hinaus hat T-Com im Berichtsjahr 2003 neue Angebote für kleine und mittlere Unternehmen in den Markt gebracht. Eines dieser Angebote ist „Online-Backup“, ein Service zur Datensicherung von Arbeitsplatzrechnern aus Firmennetzwerken. Auf der CeBIT 2003 präsentierte T-Com mit „DDV-M Ethernet100“ einen Dienst zur Verknüpfung lokaler Rechnernetze zu einheitlichen Netzwerken.

Im Geschäftsjahr 2003 stellte T-Com zudem die Weichen für einen Ausbau des Geschäfts mit integrierten Lösungen der Informations- und Kommunikationstechnik im Mittelstand. Die Vermarktung dieser Lösungen sollte einer der Vertriebsschwerpunkte für das Jahr 2004 sein. Doch es sieht nicht gut aus. Zu oft reden Chefs und Telekom aneinander vorbei – was nach Meinung der Mittelständler in erster Linie am unverständlichen „Techie-Slang“ der Verkäufer liegt.

Aus Sicht der Mittelständler sollte die Telekom-Komplettlösungen am besten über externe Dienstleister vertrieben werden. Diese könnten besser auf die Bedürfnisse der „Kleinen“ eingehen und würden auch mehr Zeit für diese Aufwenden. T-Com hatte zum Glück bereits vor einem Jahr erklärt, „die (…) Zusammenarbeit mit Business-Partnern – spezialisierten mittelständischen Systemhäusern – verstärken und noch präziser auf definierte Zielmärkte ausrichten“ zu wollen.

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Neueste Kommentare 

4 Kommentare zu Die Telekom will den Mittelstand für sich gewinnen

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  • Am 16. Dezember 2004 um 8:56 von NoHero

    Schön, daß mal Klartext gesprochen wird
    Ich kann dem nur zupflichten. Gerade in dem Bereich von Firmen bis 50 Beschäftigten gibt es kaum Mitarbeiter, die den Technik-Kauderwelsch verstehen. Und dann besteht die Gefahr, daß dem Kunden Produkte oder Dienstleistungen verkauft werden, die dieser eigentlich nicht braucht. Das beste Beispiel ist VoIP. Die Voraussetzungen dafür sind nämlich nicht ohne. Neue Switche und Router die QoS beherrschen, IP-fähige Telefone, eventuelle neue Verkabelung, das sind Kosten, die bei der Präsentation gerne unter den Tisch gekehrt werden, aber eine kleine Firma ganz schnell in den Ruin treiben können. Und kostenlos mit seinen Kunden und Lieferanten telefonieren kann man mit VoIP trotzdem nicht. Intern kann ich das jetzt schon, dafür ist VoIP sinnlos.

    • Am 20. Dezember 2004 um 22:34 von Kleiv Nürnberg

      AW: Schön, daß mal Klartext gesprochen wird
      …Stimmt,

      an VoIP kann die T-Com auch nicht recht interessiert sein, da sie dann ja im Festnetz nix mehr verdient.

      Aber so nette Angebote wie DSL mit fester IP für wenig Geld oder kostenlose Freischaltung des erweiterten Upstreams beim ISP werden nun mal am unflexiblen rosa Riesen vorbei am Markt wesentlich günstiger angeboten. Auch ist es z.B. nicht möglich einen MX-Record in der Business-HomePage der T-Online einzurichten. Auch das können andere für 1 € p.m. besser.

      Gruß Kleiv

  • Am 21. Dezember 2004 um 1:57 von ...verderben das Geschäft!

    Die Schwafelköpfe und Hirnies in den T-Points…
    Der "Rosa Riese" hat Fußpilz.

    Er wird mit den Schwafelköpfen und Hieries in den T-Points identifiziert!

    Diese verchancen sich hinter Pseudo-Fachausdrücken und Geschfafel, weil sie selber am wenigsten von allem bergeifen.

    Hier fehlt die systematische Mitarbeiter- Auswahl und Schulung!

    Das Gleiche gilt für die Werbeagenturen,… die sollen einen Stoff rüberbringen, den sie nicht begreifen, schein so!

  • Am 21. Dezember 2004 um 12:33 von JP

    … jetzt nicht mehr
    Unsere Firma und auch ich persönlich, haben mittlerweile nichts mehr mit der TELEKOM oder T-Online "am Hut". Warum?
    1. Unbegründete DSL-Abschaltungen
    2. Ködern mit kostenlosen eMail-Adressen und dann plötzlich 50 Cent per Adresse haben wollen
    3. Zu teure Flatrate
    4. Bei Reklamationen wird man wie ein Idiot behandelt, obwohl man selbst "mehr drauf hat" als die Callcenter
    5. Richtiggehend "lahmarschig" bei Änderungswünschen
    6. Undurchsichtige Tarife (beabsichtigt, denn wer nicht durchsteigt zahlt mehr)
    7. Kein Komplettpaket: TELEKOM – T-Online und T-Mobile
    8. Fachchinesisch Ihrer selbst entwickelten "Bezeichnungen"
    9. Keine Wunschrufnummern Vergabe z.B. für eine einfache Servicerufnummer
    10. Hochnäsige, zum Teil dumme, Telefonhotline-Mitarbeiter
    Insgesamt sind die noch viel zu sehr in Ihrem beamteten Monopolismus verhaftet und wenig kundenfreundlich, heisst: schlechter Service !!! , darum: NEIN, DANKE !

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