Internet-Register will Domainbesitzer abzocken

"Deutsche Adressdienst GmbH" will für 879,28 Euro einen Eintrag in ein Verzeichnis anbieten

Seit wenigen Tagen sorgt ein so genanntes „Deutsches Internet Register“ für Aufregung unter den Domainbesitzern: Die Empfänger werden aufgefordert, den Betrag von 879,28 Euro zu überweisen. Als Gegenleistung wird der Eintrag in das besagte Register versprochen, das „auf CD-ROM und im World Wide Web“ erscheinen soll“. Nähere Angaben zur Auflage oder Abrufzahl der Site macht der Versender natürlich nicht.

Das Schreiben, das ZDNet vorliegt, ähnelt den Abzock-Methoden, mit der viele Firmen nach ihrer Eintragung ins Handelsregister belästigt werden: Auch hier wird für einen dreistelligen Betrag die Eintragung in ein meist wertloses Adressverzeichnis versprochen.

Woher die als Absender benannte „Deutsche Adressdienst GmbH“ (DAD) an die Daten der Domaininaber kam, ist bislang nicht bekannt. Zwar können manuell bei der Denic die Inhaber-Daten abgefragt werden, dies wäre für eine in so breitem Umfang betriebene Kampagne jedoch unüblich. Betroffen sind nach ZDNet-Recherchen sowohl bei Strato, also auch beim Konkurrenten 1&1 gehostete Internet-Adressen.

Besonders perfide: Im Kleingedruckten steht geschrieben, dass sich der Auftrag um jeweils ein weiteres Jahr automatisch verlängert, wenn er nicht extra vom Domaineigner gekündigt wird.

Der Versender der Faxe betreibt selbst eine Domain, die allerdings nur mit einer leeren Seite aufwartet.

In diversen Newsgroups formiert sich inzwischen Widerstand gegen die dubiosen Anschreiben der DAD: Genervte Seitenbetreiber empfehlen, den Auftrag zu vernichten und das Rück-Kuvert mit leeren Papierschnipseln unfrankiert zum Absender zu schicken.

Themenseiten: Business, Telekommunikation

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18 Kommentare zu Internet-Register will Domainbesitzer abzocken

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  • Am 6. Dezember 2004 um 19:30 von Ingeborg Buschmann

    Anzeigenauftrag
    Auch ich halte diese Anzeigenkampagne fuer unserioes.
    Im lezten Jahr bin ich auf eine Werbeaktion "Notrufkarte",auch mit jahrelanger Vertragslaufzeit im Kleingedruckten reingefallen. Die Auflage lt Vertreter: 25 000, im kleingedruckten dann 250 Postwurfsendungen von miserabler Qualität.
    Gibt es da auch Betroffene, die sich an einer gerichtlichen Auseinandersetzung beteiligen z.B. als Zeugen?

    • Am 7. Dezember 2004 um 14:33 von Stefan Mayer

      AW: Anzeigenauftrag
      Bei jemand der sich mit Curry-Gitter und Erdstrahlen beschäftigt, wundert es mich nicht wenn man auf eine solche Masche reinfällt.
      *kopfschüttel*

      MfG

  • Am 7. Dezember 2004 um 10:03 von Gagravarr

    Wo ist das Problem?
    Ich verstehe diese Aufregung nicht so ganz – auch ich habe dieses "Angebot" erhalten und es in den Shredder gesteckt. Warum es immer noch Leute gibt, die auf so etwas hereinfallen, ist mir gänzlich schleierhaft.

    Zu den Adressen: Dieser "Anbieter" verwendet eindeutig alte Adressdaten. In meinem Fall habe ich die betreffende Domain vor über zwei Jahren verkauft.

  • Am 7. Dezember 2004 um 10:10 von sprotte

    laßt sie doch kommen . . .
    . . .will heißen: selbst wenn unterschrieben ist, einfach nicht zahlen und es auf einen prozess ankommen lassen. denn wenn es schon nicht wettbewerbswidrig oder nahe am betrug ist, so ist es zumindest sittenwidrig. und so was kann ich, genau so wie andere ungesetzliche sachen, lustig unterschreiben, denn es ist null und nichtig!

    also: die anderen kommen lassen, ihnen die lasten der klage aufbürden!!!

  • Am 7. Dezember 2004 um 11:14 von Dirk Böttner

    Deutsches Internet Register
    Ich habe am Amtsgericht Hamburg nachgefragt und bekam die Auskunft, dass sie dort tatächlich im Register eingetragen ist. Aber Werben und Kassieren scheint dort das Hauptaugenmerk zu sein, denn; ihre Internetseite ist leer und die angepriesene CD-ROM noch nicht erschienen. In ihrem schreiben spricht die Firma jedoch von 400.000 Kunden.

  • Am 7. Dezember 2004 um 22:50 von Digital_Data

    Strato-Problem
    Vor etwas mehr als einem Jahr bekam ich Probleme mit Spam-Mails die mit meiner Absender-Adresse verschickt wurden. Dabei wurde als Absender meine Domain verwendet aber mit verschiendenen von mir nicht verwendeten Kontonamen (vor dem @). Gemerkt habe ich das durch Mail-Rückläufer (Mail Delivery Errors). Das Interessante daran war, dass es eine ganze Reihe von Bekannten mit ihren Adressen bei Strato traf, zum exact selben Zeitraum und das nur Hauptdomänen und keine Zusatzdomänen betroffen waren. Das sieht sehr nach einem Sicherheitsloch bei Strato aus.

  • Am 8. Dezember 2004 um 11:42 von bugscout

    T5F – für mehr spass im leben
    moin moin,

    ich empfehle t5f
    http://www.schnappmatik.de/TFFFFF/

    grüsse

  • Am 8. Dezember 2004 um 16:46 von Jong

    Internetseite gibt’s aber! und zwar hier:
    http://www.dad-adresses.com

    ätsch. es gibt also doch eine. nur weil mal jemand eine leere gefunden hat, muss das noch lange nix heissen!
    ihr schwätzer des internets! :)
    dennoch: DAD fertigmachen! *g*

  • Am 17. Dezember 2004 um 19:23 von Dr. Michael Magner

    Zwei Ordnungswidrigkeiten des DAD
    1. Mißbrauch, bzw. Verstoß gegen die AGB der Denic eG. In meinem Fall stammten die Daten eindeutig von der Denic, weil ich hier als Sysadmin eingetragen bin, im Impressum der Webseite aber andere Kommunikationsdaten eingetragen sind.
    2. Verstoß gegen das GmbH-Gesetz
    IM HR Hamburg ist gemeldet:
    HRB 88115:
    DAD Deutscher Adressdienst GmbH,
    Lutterothstr. 86
    20255 Hamburg
    Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Gesellschaftsvertrag vom
    25.06.2003. Gegenstand: Herausgabe von und der Handel mit
    Adressverzeichnissen. Ausgenommen sind erlaubnispflichtige
    Tätigkeiten jeder Art. Stammkapital: 25.000,00 EUR. Ist nur ein
    Geschäftsführer vorhanden, so vertritt er die Gesellschaft allein.
    Sind mehrere Geschäftsführer vorhanden, so wird die Gesellschaft
    durch zwei Geschäftsführer oder durch einen Geschäftsführer gemeinsam
    mit einem Prokuristen vertreten. Alleinvertretungsbefugnis kann
    erteilt werden. Geschäftsführer können ermächtigt werden, mit sich im
    eigenen Namen oder als Vertreter eines Dritten Rechtsgeschäfte
    vorzunehmen. Bestellt Geschäftsführer: Kruskop, Inga, Hamburg,
    *23.05.1960, einzelvertretungsberechtigt; mit der Befugnis im Namen
    der Gesellschaft mit sich im eigenen Namen oder als Vertreter eines
    Dritten Rechtsgeschäfte abzuschließen. Als nicht eingetragen wird
    bekanntgemacht: Die Bekanntmachungen der Gesellschaft erfolgen im
    Bundesanzeiger.
    Hier wohnt auch die Geschäftsführerin Inga Kruskop, Tel. (0 40) 49 41 55, allerdings ist auf dem Briefpapier des besagten ärgerlichen Schreibens als Firmensitz Weidestr. 126, 22083 Hamburg angegeben.

  • Am 16. April 2005 um 13:38 von Jack Weterings

    DAD Deutsches Internet Register
    Ich war erstaunt als ich eine Rechnung bekamm von 879.28 € bekamm mit eine Kopie des Anmeldeformulars. Auf der Kopie stand meine Unterschrift mit Datum
    (17.12.2004). Ich habe beschlossen dieses der Kripo zu übergeben.

    • Am 16. April 2005 um 18:34 von Frank Struck

      AW: DAD Deutsches Internet Register
      Hallo,

      genau das haben wir heute auch bekommen.
      Wir haben schriftlich per Einschreiben widersprochen. Ich kann micht nicht erinnern, das so unterschrieben zu haben. Zahlen würde ich erst nach einem Rechtsstreit. Was werden Sie tun?

    • Am 17. April 2005 um 18:10 von Michael Mann

      AW: AW: DAD Deutsches Internet Register
      Hallo,

      habe ebenfalls am 16.04.2005 ein solches Schreiben mit dieser absurden Zahlungsaufforderung bekommen. Nach kurzer Recherche im WEB jedoch festgestellt, dass es sich hierbei um eine bereits bekannte Betrügerbande handelt. Das ganze läuft jetzt über die Staatsanwaltschaft. Mir wurde geraten, sich erst gar nicht bei dieser dubiosen Firma zu melden, sowie deren weitere Zahlungs- und Mahnaufforderungen unbeachtet zu lassen, sondern eine Strafanzeige wegen Urkundenfälschung (da ja diese Unterschrift niemals auf solchen Aufträgen gelandet ist) zu stellen.

      Weiteren Opfern viel Erfolg.

    • Am 27. November 2006 um 17:06 von Jack Weterings

      AW: AW: AW: DAD Deutsches Internet Register
      DAD hat meine Unterschrift auch gefälscht. Ich weiß nur noch nicht wo diese Unterschriften herkommen.
      Die einzige Internet-Unterschrift die ich jemals geleistet habe war bei STRATO AG und sieht sehr ähnlich aus. Dies soll aber keine Anschuldigung sein!!

  • Am 12. Februar 2008 um 13:10 von J. Eckardt

    2008: Die Abzocke geht weiter
    Ich habe gestern ein solches Schreiben bekommen. Mittlerweile sind wir bei 958 Euro im Jahr angelangt!

    Ich habe eine Auskunft gemäß §19 BDSG verlangt; daraufhin kam eine ebenso anonyme wie barsche Antwort. Die Daten seien frei zugänglich und auch nicht gespeichert.

    Widerlich, kann ich nur sagen.

  • Am 26. Februar 2008 um 14:20 von wurzelbrum

    Abzockversuch
    Das "Deutsche Internet Register" versendet wieder zweifelhafte schreiben.
    958€ wollen Sie nun haben :-((

  • Am 24. April 2008 um 11:16 von Andreas

    Abzocke stoppen
    Setzt Euch zur Wehr! Das Kleingedruckte des Anschreibens 2008 ist etwas eigenartig verfasst, um nicht den Begriff bewusster Irreführung zu benutzen. Mit Blick auf die angebotene Leistung und Beispiele der Realisierung ("Domaingrab") könnte eine Anfrage bei der Staatsanwaltschaft wegen Betrugsversuch sinnvoll erscheinen. Um die Abzocke zumindest einzugrenzen, sollte weiter eine Aufklärung in solchen Plattformen, wie in dieser hier erfolgen.

  • Am 4. August 2008 um 23:26 von Jack Weterings

    DAD Internet Register Abzocke
    Ich habe langsam das gefühl dass einer von diesen Firmeninhabern in dem Bundestag sitzt. Es wird nichts gegen wirklichen Internetverbrechern unternommen.
    Nicht mal Stasi-Schäuble macht was.

  • Am 20. Februar 2009 um 20:01 von Marlene Toussaint

    Die Abzocke wird immer gemeiner!!!!
    Man faxte mir ein Schreiben, mit der Aufforderung:
    ?Bitte überprüfen Sie unbedingt alle Angaben auf ihre Richtigkeit und korrigieren Sie diese ggf. in den dafür vorgesehenen Feldern!?

    Ich war der Meinung es handelt sich um einen kostenlosen Telefon- oder Interneteintrag, der nur auf seine Richtigkeit überprüft werden soll und unterschreibe, ohne das Kleingedruckte zu lesen. Ich erhielt sogar mit dem Schreiben noch einen bereits frankierten Rückumschlag.Am besten man soll gleich per Fax das Schreiben an die Absenderfirma zurücksenden. Das tat ich auch!!!1

    Nach ca. 9 Wochen, man denkt schon gar nicht mehr an das Schreiben, erhält man die erste Rechnung. Im Kleingedruckten, fast nur mit einem Vergrößerungsglas ersichtlich, steht, dass Sie bei dieser Firma einen 2 Jahresvertrag unterschrieben haben. Kostenpunkt pro Jahr zwischen 980-1400 Euro. Meistens handelt es sich dabei um Einträge im Internet. Ihre Daten hat der Absender von Ihrem Interneteintrag übernommen

    Zahlen Sie auf keinen Fall die Rechnung, egal wie massiv die Drohungen auch werden. Zuerst wird die Firma Sie höflich darauf aufmerksam machen, wenn Sie der Rechnung widersprechen, dass die 2 Wochenfrist, in der Sie gegen den Vertrag hätten Widerspruch einlegen können, verstrichen sei. Dann wird Ihnen eine Mahnung nach der anderen ins Haus flattern, zzgl. Mahngebühren und extra Kosten. Anschließend wird man Ihnen drohen den gerichtlichen Weg einzuschlagen. Aber nur nicht nervös werden, denn diese Firmen spielen mit dem Angstfaktor und mit dieser Taktik versucht man Sie zum Zahlen zu zwingen. Aber zahlen Sie auf keinen Fall. Gehen Sie mit Ihren Unterlagen zur Verbraucherzentrale oder lassen Sie sich von einem Anwalt beraten.

    Am 26.03.2008 erging ein Urteil des Amtsgerichts in Hamm mit dem Az: 17 C 62/08, das besagt, dass keine Zahlungspflicht bei versteckten Kosten besteht. Ihre Chancen stehen gut nicht zahlen zu müssen. Wenn mehr Menschen sich gegen diese Machenschaften wehren und nicht klein beigeben, um so schneller wird es Urteile geben, die gegen solche Firmen vorgehen.

    Je schlechter die Zeiten, umso einfallsreicher werden die Tricks der Betrüger. Vorsicht ist auch geboten, wenn man bei Internetseiten, etwas herunterladen kann. Auch dort steht oft versteckt im Kleingedruckten, das Gebühren erhoben werden.

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