HP will Virenlawine abbremsen

Spezielle Software soll verdächtige Prozesse erkennen

Im Kampf gegen Viren und Würmer hat sich Hewlett-Packard ein neues Mittel einfallen lassen: Durch entsprechende Software soll deren Verbreitungsgeschwindigkeit verlangsamt werden. Anfang 2005 soll die Technik für die Proliant-Server und das Procurve-Netzwerkequipment des Unternehmens zur Verfügung stehen.

Durch die Verlangsamung der Verbreitung sollen Administratoren mehr Zeit erhalten, auf eine Bedrohung zu reagieren, so Tony Redmond, CTO von HP Services. In Anbetracht der Tatsache, dass die Zeit zwischen dem Auftreten einer Sicherheitslücke und der Verfügbarkeit eines Exploits immer kürzer wird, sei dies eine wichtige Maßnahme.

„Vor zehn Jahren haben wir uns über Angriffe mit Disketten Sorgen gemacht. Die Leute gehen mit einer infizierten Diskette von PC zu PC. Vor fünf Jahren, mit ‚I Love You‘ und ‚Melissa‘, hatten wir eine Beschleunigung dieser Bedrohung. Die heute vorherrschenden Viren und Würmer verbreiten sich mit Computergeschwindigkeit – eine Geschwindigkeit, mit der Menschen nicht umgehen können“, beschreibt Redmond die Problematik.

Die von HP entwickelte Software kann die auf einem System ausgeführten Prozesse aufgrund ihrer Verhaltencharakteristik in verschiedene Kategorien einteilen. So tendieren Viren und Würmer dazu, bestimmte Aktionen in einer sehr kurzen Zeit sehr häufig auszuführen. Je schneller sich ein Schädling verbreiten will, desto einfacher kann er laut Redmond erkannt und von der Software verlangsamt werden. Andere Prozesse werden davon nicht beeinträchtigt.

Gerade die schnelle Verbreitung, die Verantwortlichen einen nur kurzen Reaktionszeitraum lässt, sei eines der größten Probleme. So infizierte der Wurm SQL Slammer innerhalb von 31 Minuten 79.000 Systeme. Die Software soll Anfang 2005 für die Proliant-Server mit Windows 2000 und Windows 2003 zur Verfügung stehen, auch für das Procurve-Netzwerkequipment soll eine Version kommen. Die Software durchlaufe derzeit noch Kompatibilitätstests. Zu der Frage, wann eine Desktop-Version zur Verfügung stehen soll, wollte sich Redmond nicht äußern.

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