WLAN-Sicherheit: Nicht nur Hotspots sind gefährlich

Verschlüsselung ist nicht alles. WLAN-Sicherheit heißt auch, unerlaubte Hotspots zu identifizieren, sich unterwegs abzusichern und Mitarbeiter zu schulen. Denn selbst wer kein WLAN in der Firma hat, kann ein WLAN-Sicherheitsleck haben.

In den wenigsten Hotels gibt es jemanden, der sich mit WLAN-Sicherheit auskennt. Nach einer Umfrage von Portel.de verlassen sich die meisten Anbieter von öffentlichen Hotspots einfach auf die beschwichtigenden Aussagen ihrer Provider. Unternehmen müssen hier genauer hinschauen und sehen sich gleich mehreren Szenarien voller Tücken gegenüber.

Die Vorteile liegen auf der Hand: WLAN in der Firma führt dazu, dass Mitarbeiter in Konferenzräumen online sind oder die Arbeitsplätze problemlos wechseln können, es kann die Lagerhaltung erleichtern oder das lästige Strippenziehen in neuen Gebäuden ersetzen.

Aber das BSI warnt: Bei drahtlosen Verbindungen, die mit elektromagnetischen Wellen wie Funk oder Infrarotlicht arbeiten, „fehlt der physikalische Schutz des Mediums, den eine Leitung, sei es Kabel, Draht oder Lichtwellenleiter, bietet“. Neben Interferenzen und schwankenden Kanalbedingungen ist vor allem das Mithören eine große Gefahr. Die schutzlos durch die Luft versendeten Daten können im Prinzip beliebig von Dritten empfangen, aufgezeichnet, ausgewertet und manipuliert werden. Mit Richtantennen oder empfindlichen Empfängern kann auch jemand, der weit außerhalb der Firma sein Auto geparkt hat, die Kommunikation abfangen.

» Zwei Drittel der Unternehmen schützen ihren Funkdatenverkehr gar nicht oder völlig unzureichend. «
MICHAEL MÜLLER, INTEGRALIS

Da WLAN-Daten also der Schutz des Kupferkabels fehlt, brauchen sie einen virtuellen Mantel. Anbieter von Karten und Hotspots haben sich von Anfang an auf Verschlüsselungsstandards geeinigt: WEP, WAP und WAP2 heißen die Techniken. Die Evolution des WLAN-Standards 802.11 ist eine lange, chaotische Geschichte, die derzeit mit dem aktuellen 802.11b und -g ein vorläufiges Ende gefunden hat. Die Sicherheitsmechanismen wurden dabei zwar ständig weiterentwickelt, sind aber seit WEP mit wenig Aufwand und mäßigem Know-how zu knacken.

Themenseiten: IT-Business, Security-Praxis, Technologien, WLAN

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2 Kommentare zu WLAN-Sicherheit: Nicht nur Hotspots sind gefährlich

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  • Am 14. November 2004 um 12:03 von Jürgen Walter

    WLAN-Sicherheit
    Würde der erste Mensch durch "WLAN-Gefährlichkeit" um sein Leben kommen, würden die Sicherheitspäpste sofort für eine allgemeine Abschaltung aller Hotspots sorgen. Beim Auto akzeptieren wir mehrere tausend Tote / Jahr!
    Informationssicherheit ist ein Aspekt – Informationsverarbeitung aber viel wichtiger. Über die Verarbeitung und Reflektion von IT sollten mehr Artikel erscheinen. Aber mit Angst lässt sich beim journalistischen Arbeiten scheinbar mehr erzielen?

  • Am 6. Dezember 2005 um 23:45 von Anja

    WLAN-Sicherheit ?
    Wer auch immer bei Stiftung Warentest die kundenfreundliche leichte Bedienung und Handhabung der Installation der Soft /u. Hardware mit "sehr gut" ausgezeichnet hat : Wieviel hat dir
    t-online gezahlt ?
    Sobald ich die höchste Verschlüsselung wähle geht garnichts mehr.
    Meinen PC habe ich sichern können. Zumindest eine kleine Sicherheit. Doch spätestens wenn man seine Überweisungen etc. per Computer vornehmen möchte wird man bei WLAN etwas paranoid.
    Leider gibt es anscheinend kein TOOL welches eine externe , sichere Verschlüsselung ermöglicht – oder ?

    Vielleicht kann ja ein IT-Spezialist WLAN ( mit WindowsXP) korrekt installieren – doch wieviele Kunden sind das ??

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