Wie Internetnutzer Webseiten wahrnehmen

Eine aktuelle Studie liefert erfahrenen Webdesignern zwar keine neuen Erkenntnisse, festigt aber bisherige Erfahrungen und gibt damit Sicherheit für die Konzipierung von Websites.

Vor kurzem wurde eine Studie mit dem Titel „Eyetrack III“ von The Poynter Institute, dem Estlow Center for Journalism & New Media und Eyetools durchgeführt. Im Rahmen der Studie wurden die Augenbewegungen von Versuchspersonen verfolgt, denen nachgeahmte Nachrichtenwebsites sowie echte Multimedia-Inhalte vorgelegt wurden. Die Ergebnisse dieser Studie eröffnen interessante Einblicke in die Art und Weise, wie Internetnutzer den Inhalt von Webseiten aufnehmen und welche Elemente der Seiten die Aufmerksamkeit der Leser auf sich lenken.

Der Umfang der Studie war relativ begrenzt; lediglich 46 Versuchspersonen wurden jeweils eine Stunde lang dabei beobachtet, wie sie eine begrenzte Auswahl von Seitendesigns betrachteten. Daher warnen die Forscher davor, die zahlenmäßigen Ergebnisse durch Extrapolation auf größere Bevölkerungsgruppen anzuwenden. Trotz ihrer begrenzten Anwendbarkeit gibt die Studie in ihrem Bemühen, das Verhalten von Internetnutzern zu verstehen und vorherzusagen, den Designern von Websites interessante Daten an die Hand.

Die Ergebnisse der Studie

Die Ergebnisse spiegeln zum größten Teil bereits Bekanntes über die Wahrnehmungsmuster der Besucher von Websites wider, es gibt jedoch einige interessante Abweichungen.

So bestätigt sich in der Studie zum Beispiel die Erkenntnis, dass Besucher im oberen linken Quadranten einer normalen Seite mit dem Betrachten beginnen und ihren Blick dann nach rechts und unten wenden. Die Studie bestätigte diese Beobachtung, indem die Spur der Augenbewegungen und die Blickdauer in jedem Seitenbereich graphisch festgehalten wurden.

Ein interessantes Detail bestand darin, dass die Abwärtsbewegung der Augen auf der Seite nicht gleichmäßig, sondern in Sprüngen und mit Rückwärtsbewegungen verläuft. Bei einer normalen Testseite begannen die Versuchspersonen nicht nur im oberen linken Teil mit dem Lesen, sondern untersuchten diesen Bereich sorgfältig, bevor sie zu angrenzenden Bereichen auf der rechten Seite sowie direkt unterhalb des Anfangsbereichs übergingen. Die Versuchspersonen neigten dazu, mit den Augen auf dem oberen Teil der Seite zu verweilen, bevor sie den Blick allmählich senkten. Ein überraschendes Detail bestand darin, dass die Versuchspersonen ihren Blick erst ganz zuletzt auf die obere rechte Ecke der Seite richteten. Dieses Ergebnis kann jedoch auch mit dem Design der Testseiten zusammenhängen.

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