Management-Pingpong in Chinas Telekom-Industrie

Spitzenleute verlassen Börsenkandidaten China Netcom

In der chinesischen Telekom-Branche werden die Führungsetagen kräftig durcheinander gewirbelt. Der vor einem Börsengang stehende, mehrheitlich noch im Staatsbesitz befindliche Telekomriese China Netcom verliert gleich drei seiner Spitzenleute. Sowohl der CEO als auch der Finanzchef verlassen das Unternehmen, kündigte Netcom-Chairman Zhang Chunjiang an, der selbst seiner Firma den Rücken kehren wird.

Die Umgestaltung der Führungsebene des zweitgrößten Festnetzbetreibers des Landes kommt inmitten von größeren Rochaden in der Telekom-Branche im Reich der Mitte, berichtet das Wall Street Journal. So soll der derzeitige Chef von China Unicom, des zweitgrößten Mobilfunkproviders, Wang Jianzhou, neuer Chairman beim Marktführer China Mobile werden. Der derzeitige China-Mobile-Chairman Wang Xiaochu wiederum wird Chairman des Festnetzbetreibers China Telecom. Der bisherige China-Telecom-Manager Chang Xiaobing schließlich übernimmt einen Top-Posten bei China Unicom.

Einige Analysten sehen in den Managementrochaden nichts Außergewöhnliches. In China habe es noch immer Tradition, Wirtschaftsbürokraten von Posten zu Posten hin- und herzuschieben. Schon bisher hätten die Wechsel im Management kaum einen Niederschlag in der operativen Strategie der Unternehmen gefunden, kommentierte Helen Zhu, eine Analystin von ABN Amro in Hongkong. Tatsächlich kommen die Auswechslungen in den Führungsetagen zu einer Zeit, da in China der Einstieg in die dritte Mobilfunkgeneration bevorsteht. Hier ist aber Netcom-Manager Zhang auf die Bremse gestiegen. China Netcom habe bisher weder operative noch Finanzpläne für 3G entwickelt.

Themenseiten: Business, Telekommunikation

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