Wege aus dem Datenchaos: Storage als Dienstleistung

Könnte Storage Management in naher Zukunft so vereinfacht werden, dass man nur ein paar Kriterien festlegen und auf einen Knopf drücken muss? Der Artikel wägt ab, welche Entwicklungen für die Realisierung der Vision nötig wären.

In Ihrem Storage-System herrscht das reinste Chaos. Sie wissen gar nicht mehr, wie viele Daten Sie wo abgelegt haben, aber Sie wissen, dass Ihnen bald der Speicherplatz ausgeht und dass die Kosten langsam überhand nehmen. Sie verbringen jeden Tag Stunden mit Spiegelungen, Snapshots und Backups und doch wissen Sie nicht, was passieren würde, wenn Sie einmal etwas wiederherstellen müssten. Sie haben damit angefangen, die Speicherung ins Netzwerk zu legen, aber mit jeder neuen Variante von Network Attached Storage (NAS) oder Storage Area Network (SAN) taucht ein neues Management-Interface auf, mit dem sich jemand aus der IT-Abteilung beschäftigen muss. Und jetzt sitzt Ihnen auch noch der Geschäftsführer im Nacken, weil er gerade im Flugzeug gelesen hat, dass das Unternehmen verpflichtet ist, jede einzelne E-Mail, ob Spam, persönliche Korrespondenz, Porno- oder andere Junk-Mails aus den letzten sieben Jahren zu archivieren.

Verkäufer erzählen Ihnen, dass das Management Ihres Storage-Systems in den nächsten sechs bis sieben Jahren so bequem werden wird, wie einen Stecker in die Steckdose zu stecken. Es wird sich praktisch von selbst verwalten, verschiedenen Anwendungen selbstständig den benötigten Speicherplatz zuweisen, Platz schaffen, wenn es eng wird, und allein entscheiden, was aufs Backup muss und wohin. Und wenn der Platz langsam knapp wird, stecken Sie einfach ein paar zusätzliche Disks ein. Nur allzu gerne würden Sie das glauben, aber …

Die aktuelle Speicher-Problematik

» Wenn Sie immer mehr Daten auf einem einzelnen Rechner abspeichern, steigt die Anfälligkeit der Festplatte in stärkerem Maße an als ihre Kapazität. «
Dilip Kandlur, Leiter des Division Storage Systems Research bei IBM

Obwohl die Kosten pro GByte oder TByte im Zuge der technologischen Entwicklung langsam sinken, steigt die zu speichernde Datenmenge der Unternehmen im Verhältnis dazu noch viel schneller an. Und was schlimmer ist, die Verwaltungsmöglichkeiten halten mit dieser Geschwindigkeit nicht Schritt. Wenn man den TCO-Studien Glauben schenken darf, und Hardware ist nur ein kleiner Teil der Gesamtkosten jedes IT-Systems, stellt die immer größer werdende Datenmenge und die zunehmende Komplexität der Systeme, auf denen sie gespeichert werden, für Mitarbeiter und alle anderen Ressourcen, die damit zu tun haben, eine ungeheure Herausforderung dar.

Dazu kommt, dass die einzelnen Festplatten zwar größer werden, dafür aber nicht weniger die Tendenz haben, im falschen Moment den Geist aufzugeben. „Wenn Sie immer mehr Daten auf einem einzelnen Rechner abspeichern, steigt die Anfälligkeit der Festplatte in stärkerem Maße an als ihre Kapazität“, erklärt Dilip Kandlur, Leiter des Division Storage Systems Research bei IBM.

Folglich ist ein einfaches RAID-System kein ausreichender Schutz mehr für Ihre wichtigsten Daten. „Es gibt einen steigenden Bedarf an ausgefeilteren Systemen … die über Replikation und andere Sicherungsmethoden gewährleisten, dass Ihre Daten auch bei einem gleichzeitigen Absturz an mehreren Stellen immer noch verfügbar bleiben“, führt Kandlur weiter aus. Natürlich muss irgendjemand all diese zusätzlichen Sicherungsebenen verwalten, und jemand muss entscheiden, für welche Server und Anwendungen sich dieser zeitliche und finanzielle Mehraufwand lohnt. Aber die besagte Person ist im Moment sehr beschäftigt.

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