Ballmer: „Ipod-User sind Musikpiraten“

Doch selbst der Sohn des Microsoft-Chefs hat Probleme mit dem DRM

Microsoft-Chef Steve Ballmer hat mit markanten Worten wieder einmal für Wirbel in der Branche gesorgt. Ziel seines neuesten Angriffs sind die Nutzer des beliebten digitalen Musikplayers Ipod von Apple. Die würden hauptsächlich raubkopierte Musik auf ihren Geräten gespeichert haben, so Ballmer.

„Wir haben ein Digital Rights Management-System in Windows bereits vor Jahren integriert. Das auf Ipods am meisten verbreitete Format ist ‚raubkopiert'“, führte Ballmer seinen erneuten Angriff auf den Erzrivalen Apple aus. Der Grund, warum viele Menschen raubkopierte Musik verwendeten, sei einfach: „Die meisten machen das aus Geldgründen“, so Ballmer. Allerdings seien auch einige dabei, die mit den aktuellen DRM-Restriktionen nicht zurecht kommen.

Genau hier wolle sein Unternehmen ansetzen: „Wir werden DRM weiter verbessern, damit es noch schwerer geknackt, aber wesentlich einfacher genutzt werden kann“, führte der Microsoft Boss aus. Allerdings werde dieser Weg nicht leicht sein. „Wir können die Technik verfeinern, aber es wird immer Leute geben, die Raubkopien anfertigen und verbreiten“, so Ballmer.

Selbst in seiner eigenen Familie habe er mit Problemen dieser Art zu kämpfen. Sein zwölfjähriger Sohn könne nicht einsehen, warum er nicht seine gesamte Musik an allen verfügbaren Geräten abspielen dürfe.

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13 Kommentare zu Ballmer: „Ipod-User sind Musikpiraten“

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  • Am 5. Oktober 2004 um 10:05 von Markus Dippold

    Einmal gekaufte Musik nicht überall abspielbar?
    Würde ich auch nicht einsehen, warum ich ein Musikstück, für das ich bezahlt habe, nicht überall abspielen können soll.

    Dumm, dümmer, Ballmer.
    (Ist das jetzt eine Beleidigung oder nur ein Tatsache auf Grund des von ihm abgegebenen Kommentars?)

    Wie war noch das Beispiel mit dem Auto?
    Wenn ich am Ortschild vorbei bin, brauche ich ein anderes Auto, weil ich mit dem Auto vom innerorts nicht außerorts fahren darf?

    Gruß,
    Markus
    http://www.dippold.org

    • Am 5. Oktober 2004 um 10:48 von egal

      "Pay per Use" heisst das Geschaeftsmodell
      Die Konzerne der Rechteindustrie haben nur noch eine Zielrichtung:
      Den Kaeufer zur Kasse zu bitten, immer und immer wieder ohne neue Leistungen dafuer zu erbringen.
      Deshalb heisst die Cashcow der Zukunft von MS und Co:
      "Pay per Use".

      Ist ja auch nicht schwer das durchzusetzen, da Politiker das Ganze im grossen Stil unterstuetzen und forcieren und alles andere wird als "Piraterie" bezeichnet.

      Bald werden das Luftholen und Licht/Fernseher Ein-Ausschalten noch mit "Pay per Use" Steuern belegt.

      Die Raffgier der Rechteindustrie und Politiker ist grenzenlos und die einzigen echten Nutzniesser sind Anwaelte, da man davon immer mehr braucht um die normalen Konsumenten als Rechtsbrecher zu verklagen.

      Und die Politiker was machen die?
      Ja, sie helfen fleissig dabei mit aus Buergern "Raeuber" und "Piraten" zu machen, durch ihre sogenannte "Gesetzgebung" die dem einfachen Buerger,der etwas gekauft hat, nachtraeglich das Recht auf den Gebrauch zu verweigern oder ihn nachtraeglich zu Kriminalisieren.

    • Am 5. Oktober 2004 um 19:32 von Fraggle

      AW: Einmal gekaufte Musik nicht überall abspielbar?
      Du darfst schon weiterfahren, nur mußt Du nochmal den Preis zahlen :) Kurbel doch mal die Wirtschaft an und zahle noch mal ein paar tausend €.
      Das ist kein Kopierschutz was der will, das ist eine Freiheitsberaubung wenn ich mit meinem Eigentum nicht machen kann was ich will, so lange es in meinen Händen bleibt. Persönlich wandel ich meine gekaufte Musik in MP3 um. Ich höre sowie so Musik nur am PC, warum immer CDs wechseln? Und im Auto werkelt ein MP3-Player, da will ich auch kein DJ sein, ist auch gefährlich beim fahren. Ach halt, ich darf ja nur bis zum Ortsschild, na dann brauche ich auch nicht so lange Musik hören ;)

  • Am 5. Oktober 2004 um 11:24 von Addi

    Einzeln lizensierte Musikstücke ?
    Mr. Balmer würde Musikdaten gerne genauso sehen wie seine MS Produkte. Einzeln lizensiert. Das zeigt nur zu genau aus welchem Hause Er kommt.
    Was mir prinzipiell nicht hinunter geht ist die Tatsache dass MP3 Dateien für mich klanglich kein Ersatz für das "Original" sind. Ich sehe MP3 mehr als Weiterentwicklung des Tapedecks, angepasst an den heutigen Stand der Technik. Um Raubkopien vorzubeugen hilft nur eins: Den Preis für reguläre CD’s auf ein erträgliches Niveau senken. Natürlich könnte man auch einen gewissen Mehrwert liefern, in Form von tollen, aufwendigen Booklets oder Zusatz-CD’s bzw. DVD’s für ‚Liebhaber‘. Es gibt für mich keinen akzeptablen Grund warum CD’s heute fast doppelt so teuer sind wie zur Zeit ihrer Einführung! Ich jedenfalls würde bei einem Preis von etwa €10.- nicht übers Kopieren nachdenken und öfters schneller kaufen….

  • Am 5. Oktober 2004 um 18:44 von drm-Hurra

    begrenzte Gesamtsumme
    Könnte es sein, dass die Menschen weltweit nur eine begrenzte Menge Geld für Musik auszugeben bereit oder in der Lage sind?
    Andersrum: Es gibt ein globales Budget für Musik (Tonträger), und wenn das alle ist, wird je nach tech. Möglichkeiten kopiert oder Radio gehört oder (vielleicht) mal wieder ein Buch gelesen (in Wirklichkeit wohl einfach die Glotze eingeschaltet und mtv, viva… geguckt).
    Sollte es also gelingen, ein funktionierendes DRM zu installieren, wird der Umsatz der Musikindustrie im besten Falle einfach unverändert bleiben (ggfs mit der Inflationsrate bzw. Lohnsteigerung (sic!) wachsen). Vmtl. wird er eher sinken…
    Und solange überall rausposaunt wird, welche Millionen unsägliche ‚Musikanten‘ ala Göbelbock verdienen, wird das Unrechtsbewusstsein bei Preisen von 20 Euro/CD und bekannten Produktionskosten pro Vervielfältigungsstück von unter 0,50 Euro nicht grad zunehmen.

  • Am 5. Oktober 2004 um 20:20 von Knallschote

    Knallschote
    "Ipod-User sind Musikpiraten" und "Ballmer ist ein Knallschote"!!!

  • Am 5. Oktober 2004 um 22:27 von Entertainment4:30o'clock

    wo verdient der Musiker?
    Schon recht, er muss solche Position beziehen, der Nachfolger von gates, wenn er sich nicht seine Sämtlichen Coops mit der Musikbranche versauen möchte, doch kopieren ist letztlich das allzu deutliche Zeichen für 2 Dinge:
    – Es besteht Bedarf an guter Musik
    – Musik auf CD bietet zu wenig Mehrwert, als dass es sich lohnt, 17 EUR zu berappen.
    Ein anderer Weg muss her, bei dem der Künstler trotzdem von seiner Musik überleben kann.
    Aber das wird das Digitaled Rechte Management nicht bringen, das wird von den kleinen Labels kommen und der Trick heist:
    Emotionen
    Keine Radiolaier, kein Totspielen, eine gute Netzvermarktung, geile Konzerte, Fankontakt und viel Service für den CD- Käufer(z.B. Klingeltöne gratis…..)
    So schaut’s aus: visit http://www.basemovementrecords.com

  • Am 5. Oktober 2004 um 23:47 von Thorshammer

    genau
    …und diese summe ist bei mir schon seit jahren genau 0 euro. ich hab kein interesse an gekaufter musik, im radio und im fernseher gibts das alles umsonst. ich habe keine interesse daran mein sauer verdientes geld irgendwelchen zotteligen klampfenbarden in den rachen zu schieben und millionäre aus ihnen zu machen

  • Am 6. Oktober 2004 um 2:35 von Realist

    Ballmers Sohn kapierts nicht?
    Dann scheint der Sohn auf alle Fälle intelligenter als der Vater zu sein.

    Wenn ich Geld für ne CD ausgebe, will ich die auch auf j e d e m mir gehörenden passenden Gerät abspielen können ohne wenn und aber.

    Wenn das zukünftig nicht mehr geht, werde ich wohl auch "Raubkopierer" werden, denn ich lasse mich weder vom Staat, noch von Ballmer in einer derartig dreisten Art bevormunden.

    Dank Leuten wie Hr. Ballmer habe ich auch kapiert (zwar langsam), dass Windows kein OS sondern höchstens virusähnlicher Bezahlschrott ist. Techniken wie DRM wird von M$ favoritisiert? Dann muss dies ebenfalls reiner Schrott sein.

  • Am 6. Oktober 2004 um 10:06 von Chris

    Auch die Künstler sind die Dummen
    Oft bekommt man in den Feedbacks etwas über die Gier der Künstler zu lesen. Verständlich. Viele Leute wissen nicht um die wahren Abzocker. Das sind nämlich nicht die Künstler.

    Die wahren Abzocker sind zum Einen die Labels selbst. Zum Anderen sind es aber in gehobenem Maße die Verwertungsgesellschaften ( GEMA, BIEM etc. )

    Damit die Künstler überhaupt etwas verdienen können, müssen sie bei einem Label unter Vertrag sein. Diese Labels binden die Künstler oft mit Knebelverträgen. Man möge sich an die "No Angels" erinnern. Sie haben viele Songs gut an den Mann gebracht und was blieb für die Mädels übrig? Den Löwenanteil aus dem Verkauf haben sie die Labels und die Verwertungsgeselschaften eingesackt. Ein Interview mit einem ehemaligen No-Angels-Mitglied brachte dies an den Tag. Sie lebt heute als eine Person wie „Du und Ich” mitten unter uns.

    Ein persönlicher Bekannter ist Musiker und spielt auf gesellschaftlichen Ereignissen in einer Band. Vor einiger Zeit erhielt er die Info von einem Gastwirt, in dessen Gaststätte ein Auftritt dieser Band stattfinden sollte, das dieser Besuch von der GEMA bekam und für den geplanten Auftritt 300 Euro berappen sollte. 300 Euro für die nichtmal eine Gegenleistung erbracht wird, die der Wirt aber auf die Gäste umlegen muss. Bleibt die Frage: „Wer kommt dann noch”?

    In Zeiten, in denen überall von Stellenabbau und Verschlankung gesprochen wird, sitzen die Verwertungsgesellschaften und die Labels immer noch wie die Maden im Speck. Würden deren Verwaltungsapparate auf ein angemessenes Maß verkleinert, könnten auch die Preise für Tonträger auf ein normales Niveau sinken.

  • Am 6. Oktober 2004 um 12:53 von Paul

    Piraten
    Wer außer Microsoft führt sich auf dem Softwaremarkt wie ein Pirat auf. Hier wird ausgehungert und ausgebootet oder aufgekauft was nur den anschein erweckt besser zu sein als Microsoft(was im übrigen nicht allzuschwer ist). Welche Softwarefirma muß mehr Strafe zahlen als Microsoft. Welche Firma nutzt ihre Vormachtstellung hemmungsloser aus als Microsoft? Gute Software machen ist das eine, ein guter Kaufmann zu sein das andere. Microsoft kann beides nicht, Microsoft kann nur mit unfairen Mitteln arbeiten wozu auch solche Aussagen gehören. Hier wird auf dem Softwaremarkt eine Bushideologie fortgeführt, alles und jeden zu bekämpfen der Microsofts Pfründe bedroht.

  • Am 6. Oktober 2004 um 13:23 von bitsplitter

    DRM kann ein Segen sein …
    … wenn es als Open Source kostengünstig den Künstlern zur Verfügung steht. Geht nicht? Geht doch! Asymmetrische Verschlüsselung heißt die Zauberformel. Wenn das kommt, dann trennt sich die Spreu vom Weizen. Diejenigen, die heute zum KÜNSTLERISCHEN Wertschöpfungsprozess nur unwesentlich beitragen und doch den Löwenanteil am Gewinn abschöpfen, können sich dann um Hartz IV bemühen. Ich freu mich schon drauf. Und den Künstlern zahle ich im Direktvertrieb liebend gerne das Dreifache von dem, was sie heute erhalten.

  • Am 6. Oktober 2004 um 23:20 von Brainbug

    Vorsichtiger Schritt in die richtige Richtung
    Wo wir beim Preis von CDs sind, gefällt mir die Idee mit der Light-CD ohne Booklet für unter 10 € gar nicht so schlecht. Für zwei Euro mehr gibts dann noch ein Booklet. So kann jeder sehen, was ihm wichtig ist. Für mich ist ein schönes Drumherum auch noch immer ein Grund mehr, eine CD zu kaufen. Vom Klang mal abgesehen. Allerdings muss ich mit dem Inhalt auch zufrieden sein. Das ist Heute leider selten, ist auch über kurz mal Probehören im Laden nicht drin. Dazu muss ich im Regelfall mit der CD mindestens zwei Wochen gut auskommen. Und diese Probezeit hätte ich mit DRM nicht unbedingt. Wenn man mal davon absieht, das mein Billig-DVD-Player sowieso wie die meisten anderen auf PC-Technik basiert und auch Originale mit DRM nicht liest (Sorry, Grönemeyer, aber so kann ich dich nur ignorieren. 1a Kundenausgrenzung). Ist es sowieso nicht interessant, wie sich der PC immer mehr zur Multimediazentrale entwickelt, aber die Hälfte der Industrie genau dem entgegenarbeitet? Ich bin gespannt, wo sich das hinentwickelt, aber ich glaube, der Kunde wird verlieren.

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