Der RFID-Zug ist nicht mehr zu stoppen

Alles im grünen Bereich in Sachen Radio Frequency Identification. Im Gespräch mit ZDNet prognostiziert Echtzeit-Experte Mark Palmer, Vice President Marketing bei Object Store, die flächendeckende Einführung von aktiven und passiven Tags bis in zehn Jahren.

ZDNet: Herr Palmer, Sie gelten als Koryphäe auf dem Gebiet von RFID. Was halten Sie für die größten Hindernisse für den flächendeckenden Einsatz von RFID?

Palmer: Ich denke, dass es drei Haupthindernisse gibt: Zum einen fehlt es am Verständnis der Vorteile dieser neuen Technologie. Wir haben beispielsweise die Cambium Forstbetriebe als Referenzkunden, da müssen die Forstarbeiter erst lernen, mit einem Handheld umzugehen. Zum anderen stehen wir dem Problem der schieren Datenmenge gegenüber: In der Regel sind die heutigen Systeme noch nicht für RFID ausgelegt. Bei den Forstbetrieben beispielsweise war das System nicht in der Lage, die massenhaft gewonnenen Echtzeitdaten zu verarbeiten. Zum dritten fehlt es an Standards. Nicht, dass nicht genügend Versuche unternommen würden, im Gegenteil: Bei RFID hat so gut wie jeder seine Finger im Spiel: Unternehmen aller Art und sogar Länder als treibende Kräfte. Aber es fehlt noch an verbindlichen Standards. Aber alles in allem läuft die Verbreitung von RFID in normalen Bahnen, verglichen mit anderen neuen Techniken in den vergangenen Jahren. Es wächst langsam an, ab einem bestimmten Punkt, wenn die kritische Masse erreicht wurde, entwickelt es sich rasant fort. Aktuell stehen wir noch ganz am Anfang.

ZDNet: Wir hätten wetten können, dass Sie Datenschutz, Sicherheit und Kosten als Hindernisse nennen würden. Das sind in der Regel die Bereiche, über die hierzulande diskutiert wird.

Palmer: Die Skepsis gegenüber RFID in Bezug auf Datenschutz wird bald nachlassen. Sobald die Leute erkennen, dass ihre Schritte nicht nachvollzogen werden, nur weil sie einen RFID-Tag in ihre neu gekauften Schuhe eingebaut haben, wird das kein Thema mehr sein. Schließlich können diese Tags nur von speziell dafür gebauten Readern ausgelesen werden. Die liegen in der Regel nicht auf der Straße herum. Big Brother wird Sie also nicht nach Hause begleiten. Außerdem werden die positiven Effekte einen erzieherischen Effekt haben: In den USA wurde das Maut-System einiger Autobahnen auf RFID ausgelegt. Meine Frau fährt nun dank eines Tags im Auto einfach durch die Mautstation, an den dort wartenden Autos ohne Tag vorbei. Sie liebt nun RFID, obwohl sie sehr auf Datenschutz bedacht ist.

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1 Kommentar zu Der RFID-Zug ist nicht mehr zu stoppen

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  • Am 11. Oktober 2004 um 8:56 von Axel W.

    Datenauswertung und das Chaos kann beginnen
    Meine Frau und ich, wir haben identische Schuh- und Kleidergröße.
    Szenario am Montag:
    Meine Frau hat Schuhe und Pullover an, sie geht auf die Damentoilette und wird von RFID erfasst.
    Szenario am Dienstag:
    Ich trage Schuhe und Pullover, gehe aber auf die Herrentoilette und werde von RFID erfasst.
    Auswertungs-Szenario:
    Daran mag ich gar nicht denken.

    Lauthals lachend grüßt Axel

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