Die PC-Industrie muss vom Lifestyle-Marketing lernen

Forrester mahnt die Anbieter zu einem "fairen“ Umgang mit dem Abnehmer vor und nach dem Kauf.

Trotz aggressiver Preispolitik und dem Anpreisen immer neuer Einsatzmöglichkeiten zögern – auch in Amerika – viele potentielle Abnehmer den Kauf neuer Personal Computer hinaus. Im Consumer-Bereich nutzen aber bereits einige Anbieter erfolgreich klassische Marketing-Techniken wie Markt-Segmentierung und Lifestyle. Im Sektor Business-PC bestehe das Marketing jedoch zumeist noch aus der „mittelalterlich“ anmutenden Variante, immer nur eine Verbesserung von Schnelligkeit, Speicherkapazität oder Funktion zu betonen und stärke damit den Eindruck, der PC sei lediglich eine beliebig austauschbare Ware.

Simon Yates, Analyst des Marktforschungsunternehmens Forrester Research, empfiehlt deshalb den Anbietern von PC für den professionellen Bereich, Systeme und Wege zu entwickeln, um auch für ihre Geräte „Business Lifestyle Marketing“-Methoden einsetzen zu können. Dazu gehöre unter anderem, stärker zu berücksichtigen, was der professionelle Nutzer eines PC wirklich braucht, als auch ein – wie Yates betont – „fairer“ Umgang mit dem Abnehmer vor und nach dem Kauf. „Der After-Sales-Support muss genauso verlässlich und gut strukturiert sein, wie das vorangegangene Verkaufsgespräch“, erläutert er.

Yates hat festgestellt, dass nach zwei Jahren rückläufiger PC-Verkaufszahlen die Hersteller potentielle Käufer mit vielerlei Offerten locken. Der aggressiven Preispolitik ungeachtet seien aber vor allem die Firmenkunden, die hochleistungsfähige PC in Netzwerken einsetzen, zurzeit wenig geneigt, neue Geräte anzuschaffen. Auch viele private Nutzer halten sich zurück. Mehr als zwei Drittel aller Haushalte in Nordamerika besitzen bereits einen PC, aber nur acht Prozent davon haben angekündigt, innerhalb der nächsten zwölf Monate ein neues Gerät kaufen zu wollen. Tragbare Systeme (Laptops) sind in 16 Prozent aller nordamerikanischen Haushalte zu finden, aber auch davon wollen in den nächsten zwölf Monaten nur fünf Prozent den Kauf eines neuen in Erwägung ziehen.

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1 Kommentar zu Die PC-Industrie muss vom Lifestyle-Marketing lernen

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  • Am 18. August 2004 um 8:10 von George Migge

    Was für ein Unsinn
    Es ist nicht zu glauben. PCs sind so teuer wie nie. Trotz gesunkener Hardwarepreise im Herstellersegment, verlangt man für einen Billig PC immer noch 400 EUR. Was soll das?

    Es sind die hohen Marketingkosten, die die PCs so teuer machen. Mich würde es nicht wundern, wenn Firmen wie DELL oder HP um die 30% Werbekosten auf PCs umlegen müssen. Das gleiche passiert mit unseren Autos. 3.000 EUR Rohstoffe und 40.000 EUR VK Preis.

    Jetzt den Weg in Richtung Lifestyle und emotionalen Nutzen zu gehen, wird die Ware PC immer weiter verteuern, da diese Kosten letztendlich auf den VK-Preis umgelegt werden müssen. Weitere Kaufzurückhaltung ist die Folge.

    Wer macht denn in Deutschland das Geshcäft mit den PCs? Nicht DELL oder HP sondern im überwiegenden Maße die Discounter. Wer viele PCs mit guter Marge verkaufen möchte, muss sich in erster Linie um die Senkung des Marketingbudgets kümmern.

    Im Investitionsgüterbereich, und da gehört der PC eindeutig hin, lässt sich nämlich nur mit ‚mehr oder weniger‘ emotionalen Nutzen nach Käufern fischen.

    Der hier beschriebene Weg ist aus meiner Sicht definitiv falsch.

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