The Rise and Fall of Salesforce.com

Mit einer genialen Marketing-Strategie hat der CRM-Anbieter Salesforce.com einen viel beachteten Börsengang hingelegt. Mit der Bekanntgabe der ersten Umsatzerwartungen einen Monat später brach der Hype jedoch in sich zusammen. ZDNet sprach in der New York Stock Exchange mit dem Kopf hinter der Dotcom-Fassade: Parker Harris, Softwarechef und Mastermind des Unternehmens.

Er ist der Mann vor der Kulisse: Mark Benioff, gern als „charismatisch“ beschriebener CEO des CRM-on-Demand-Anbieters Salesforce.com, läutete vergangene Woche Mittwoch die Schlussglocke der New York Stock Exchange und damit gleichzeitig ein neues Zeitalter für seine Firma ein. Leider wird dieses nicht so überschäumend wie das gerade vergangene sein. Nachdem man einen Monat vorher die zu elf Dollar emittierten Aktien bereits am ersten Handelstag auf 17,20 Dollar gehievt hatte, stürzte sie mit dem Erklingen der weltberühmten Glocke um 27,15 Prozent auf 11,70 Dollar ab.

Grund für den Sturzflug waren die ersten Zahlen, die man seit einem halben Jahr vorgelegt hatte: Vor Analysten und Pressevertretern erklärte Benioff, er erwarte für das Fiskaljahr 2004 zwischen 160 und 175 Millionen Dollar Umsatz sowie im besten Falle einen Gewinn von drei Cent pro Aktie. Die von Reuters befragten Analysten hatten jedoch 175 Millionen Dollar Erlös und sechs Cent je Anteilschein Profit erwartet. In der Folge wurde das gerade noch zum Börsenstar hochgejubelte Unternehmen harsch abgestraft. Man könnte auch sagen, der CRM-Experte ist in der Wirklichkeit angekommen. Eine Wirklichkeit, in der das Erfüllen von Analysten-Vorgaben die Messlatte darstellt, nicht die Träume der Anleger.

Die Frage ist: Reagierten die Analysten über? Die Aussichten auf eine Verdreifachung des Umsatzes gegenüber dem Vorjahr rechtfertigen eigentlich keiner Bestrafung. Eine andere Frage lautet: Haben die Salesforce-Manager rechtzeitig die Sahne ihres IPO abschöpfen können? Schließlich stellt sich der Börsengang – ganz in der Manier der seligen New Economy-Ära, rückblickend betrachtet als große Geldmaschine für Aktionäre des „No Software-Aktivisten“ dar.

ZDNet versuchte die Hintergründe zu beleuchten und fragte bei Parker Harris, Softwarechef und Gründer von Salesforce.com nach. Während Benioff für das schlagen der Trommel zuständig ist und Finanzchef Steve Cakebread die Zahlen bändigt, macht Harris die „wahre“ Arbeit: Er zeichnet für ein Produkt verantwortlich, dass dieses Jahr eine Verdreifachung des Umsatzes ermöglichen soll. Dabei ist er eigentlich gelernter Literat.

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