Eco: „Telekom behindert VoIP-Entwicklung“

Verband spricht von "Horrorszenario" für den Wettbewerb in Deutschland

Schweres Geschütz fährt der Verband der deutschen Internetwirtschaft, Eco Forum, gegen die Deutsche Telekom auf: Der Ex-Monopolist behindere den aufkommenden Markt für Voice over Internet Protocol (VoIP, Internet-Telefonie) massiv. Das Gremium fordert die Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation (RegTP) öffentlich dazu auf, dem „Horror-Szenario für die Wettbewerbssituation in Deutschland“ schleunigst ein Ende zu bereiten.

Die Behörde müsse den Bitstreamzugang in Deutschland noch in diesem Jahr Realität werden lassen, so die Forderung. Dadurch könnten Wettbewerber des Ex-Monopolisten erstmals bei DSL eine direkte Kundenbeziehung aufbauen. Derzeit dominiert die Telekom das DSL-Netz noch mit einem Anteil von 91 Prozent.

Auf keinen Fall dürfe der entbündelte DSL-Zugang erst in zwei Jahren in Deutschland möglich sein, indem die RegTP den Verfahrensvorschriften des neuen Telekommunikationsgesetzes ausufernd und langatmig folgt, fordert der Verband: „Es gibt auf absehbare Zeit keine technische Alternative zu DSL für den Breitbandzugang in Deutschland“, so der Geschäftsführer Harald Summa. Breitband stelle aber die Voraussetzung für die Verbreitung der Internet-Telefonie in großem Stil dar. Daher dürfe es nicht sein, dass sich „der ehemalige Monopolist als Flaschenhals entpuppt und damit versucht, den VoIP- Markt an sich zu ziehen“.

VoIP habe das Potenzial zu einem umfassenden Innovationsschub weit über das bloße Telefonieren hinaus. „Die Zusammenführung von Sprach- und Datendiensten erschließt neue Anwendungen, die erhebliche Impulse für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt in Deutschland geben können“, so Summa. Diese Chance dürfe nicht durch eine „falsche Regulierungspolitik“ bedroht werden.

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4 Kommentare zu Eco: „Telekom behindert VoIP-Entwicklung“

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  • Am 15. Juli 2004 um 16:20 von Paul

    Telekom behindert
    Es ist beschämend, wie ein Exmonopolist versucht hier zu bremsen. Das dieser Exmonopolist sein Startkapital durch uns Steuerzahler bekam und uns nun dies dadurch dankt, daß er mehr bremsend als innovativ wirkt ist unverantwortlich.

    • Am 15. Juli 2004 um 18:37 von Mainsurfer

      AW: Telekom behindert
      Von nix ne Ahnung, und davon aber eine Menge. Die Telekom investiert seit Jahren Millionen von EURO in die Infrastruktur. Und die Aussage, daß durch Steuergelder das Netz finanziert wurde ist ja auch nicht allzu schwer. Die Telekom war ja früher ein Staatsbetrieb.
      Die Thematik mit der Entbündelung hätte sich längst erledigt, hätten die damaligen Energieerzeuger nicht nur das schnelle Geld mit CbC versucht zu machen sondern selber in Infrastruktur investiert.

    • Am 16. Juli 2004 um 6:48 von Steffen

      AW: AW: Telekom behindert
      Jawoll: Stelle mich auf Mainsurfers Seite. Ich kann das dumme Gewäsch der Verbände nicht mehr hören!
      In Zeiten, in denen nichts mehr sicher zu sein scheint, ist es doch schön, daß eines bleibt: Die Telekom ist noch vor der Politik der Buhmann der Nation.

    • Am 19. Juli 2004 um 9:46 von Herb

      AW: AW: AW: Telekom "Buhmann
      …und das ist sie nicht zu unrecht! Ich fange jetzt nicht an, meine umfangreichen schlechten Erfahrungen zu schildern – aber ich werde die Telekom meiden wo ich kann – inzwischen aus Prinzip! Das einzig gute an diesem Saftladen sind die Arbeitsplätze, die zur Verfügung gestellt werden.
      Ich zahle (noch) meine Grundgebühr – aber alles Andere geht über Fremdanbieter – und das ist auch gut so!

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