Beweisaufnahme im Oracle-Prozess abgeschlossen

Urteil wird für August oder September erwartet

Im Prozess um die Übernahme von Peoplesoft durch Oracle wurde die Beweisaufnahme am Donnerstag abgeschlossen. Für Oracle sagte abschließend David Teece aus, Professor für Ökonomie an der „University of California“.

Teece argumentierte, dass eine Peoplesoft-Übernahme für mehr Innovationen sorgen würde, da Oracle mehr in Forschung und Entwicklung investieren könnte. Zudem könne Oracle so seine Preise niedrig halten, um mit IBM, SAP und Microsoft zu konkurrieren. „Das ist eine wichtige Sichtweise, die von der Regierung bislang ignoriert wurde.“

Das US-Justizministerium argumentiert, dass nach einer Übernahme von Peoplesoft mit SAP und Oracle nur noch zwei Player im Markt für Business-Software agieren würden und hat den Deal daher untersagt. Oracle will beweisen, dass in dem fraglichen Marktsegment weitere Unternehmen tätig sind und die Übernahme damit die Wettbewerbsdynamik nicht negativ beeinflussen würde.

Oracle legte auch neue Beweismittel vor, die zeigen, dass IBM die Peoplesoft-Übernahme als Bedrohung sieht. Laut Oracle zeige das Material, dass der Wettbewerb in diesem Marktsegment deutlich komplexer und breiter angelegt ist als vom Ministerium behauptet. Die IBM-interne Präsentation wurde am 13. Juni 2003, also rund eine Woche nach der Bekanntgabe der Übernahmeabsichten, erstellt. Darin kommt die Befürchtung von Big Blue zum Ausdruck, dass eine Konsolidierung im Bereich Business-Applikationen seinen größten Konkurrenten im Datenbankbereich, Oracle und Microsoft, Kunden in die Arme treiben könnte.

Zudem enthält die Folie eine Übersicht, die zeigt, dass Oracle nicht das einzige Unternehmen ist, das Akquisitionen im Markt für Business-Software anstrebt. Neben Oracle wurden auch Microsoft, Accenture, HP und SAP genannt. Als Übernahmekandidaten werden von IBM die Unternehmen Peoplesoft, Siebel, Lawson Software, Ariba, Intuit, Manugistics und rund ein Dutzend anderer Player gehandelt. Damit dürfte auch die Glaubwürdigkeit von IBM-Managerin Nancy Thomas erschüttert sein, die für das Justizministerium ausgesagt hat, dass die von Oracle forcierte Übernahme negative Auswirkungen für Kunden habe.

Ihre abschließenden Argumente wollen die Anwälte der beiden Parteien am 20 Juli darlegen. Ein endgültiges Urteil wird für August oder September erwartet.

Themenseiten: Business, Oracle

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