Weniger Kazaa – mehr Durchsatz: Zwei Packet Shaper im Test

Wer im Netzwerk unerwünschte Dienste wie Filesharing unterdrücken möchte, oder umgekehrt Quality of Service etwa für IP-Telefonie benötigt, sollte einen Packet Shaper anschaffen. ZDNet hat zwei der Bandbreiten-Manager getestet.

Anbieter von Netzwerk-Lösungen wie Cisco und Nortel bieten Router mit Warteschlangenfunktion an, die für eine einfache Aufreihung oder Priorisierung auch völlig ausreichend sind. Will man jedoch bestimmte Anwendungen innerhalb des Traffics gesondert behandeln, kommt man mit einem Router nicht weit. An dieser Stelle werden spezielle Packet Shaper interessant. Sie bieten eine bessere Kontrolle über die Durchsetzung von Richtlinien zur Quality of Service (QoS) als herkömmliche Netzwerk-Switches und -Router, und sie bieten zusätzlich eine Berichtfunktion.

Packet Shaper sind meist hinter WAN-Routern installiert, von wo aus sie die Nutzung von Verbindungen aktiv überwachen können.

In einer WAN- oder Internet-Verbindung werden üblicherweise Pakete verschickt, die gemeinsam die vorhandene Bandbreite beanspruchen. Mit einem Packet Shaper kann man dagegen kritische Anwendungen definieren und diesen einen bestimmten Anteil an der Gesamtbandbreite zuweisen.

Funktionsweise eines Packet Shapers

Grundsätzlich teilen Packet Shaper den Netzwerk-Traffic anhand von Anwendung, Protokoll, Subnetz und URL in Kategorien ein. Das bedeutet, dass man beispielsweise die IP-Adresse eines Benutzers zu einer bestimmten Anwendung wie SAP oder Kazaa zuweisen kann.

Darüber hinaus kann man die Clients oder Server mit der langsamsten Performance analysieren und feststellen, welche Benutzer den meisten Netzwerk-Traffic erzeugen oder empfangen. Üblicherweise kann man mithilfe eines Packet Shapers unter anderem die folgenden Daten ermitteln:

  • Art der empfangenen und gesendeten Daten,
  • durch erneutes Übertragen verschwendete Bandbreite,
  • verloren gegangene Pakete im Zusammenhang mit bestimmten Anwendungen und Servern,
  • wie viel Bandbreite für Web-Browsing, Musik, Downloads, E-Mail, SAP usw. aufgewendet wird.

Es gibt viele Möglichkeiten, um den Traffic zu regulieren – eine davon ist die Festlegung maximaler Grenzwerte. So kann man beispielsweise ein Minimum von 20 Prozent der WAN-Verbindung für E-Mail freigeben, wobei dieses Minimum bei vorhandener Bandbreite übertreten wird, allerdings nur bis zu einem Grenzwert von maximal 50 Prozent der Verbindung.

Man kann für bestimmte Anwendungen die verschiedensten Arten von Minimum- und Maximumwerten der Bandbreite festlegen. So lassen sich weniger dringende Anwendungen mit hohem Bandbreitenbedarf zurückstellen. Oder man kann Netzwerkbandbreite für bestimmte Anwendungen oder Benutzer bereitstellen. Auf diese Weise kann eine reibungslose und gleichmäßige Datenflussrate erzielt werden, die einen maximalen Durchsatz ermöglicht. Mit manche Systemen können die Daten auch komprimiert werden, was den Traffic beschleunigt und die Kosten minimiert.

Hinzu kommt die Berichtfunktion. Es ist sehr wichtig, dass ein Packet Shaper aussagekräftige Darstellungen liefern kann, so zum Beispiel nach Anwendern aufgeschlüsselte Diagramme zur Nutzwerknutzung. Außerdem kommt es darauf an, dass diese Daten in eine Vielzahl von Dateitypen exportierbar sind.

Themenseiten: Servers, Storage, Storage & Server

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4 Kommentare zu Weniger Kazaa – mehr Durchsatz: Zwei Packet Shaper im Test

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  • Am 4. Juli 2004 um 12:30 von Gerald

    Besser als Cisco Router ?
    Also das Statemant, dass QoS nicht in der Form auf Routern von Cisco machbar sei, kann ich so nicht bestätigen, bzw. machen Sie es nicht deutlich wo der große Vorteil der Packet Shaper ist.
    Cisco kann sehr wohl QoS mit Traffic-shaping, Policing, DSCP Marking, verschiedene Queueing Mechanismen etc.. Auch das Auslesen ser Statistiken ist pro Flow via SNMP möglich. Cisco Works bietet hier auch eine kompfortable Software für das Monitoring.
    Desweiteren machen Sie deutlich, dass VoIP Bandbreite benötigt. Dieses ist aber nur eine zweitrangige Vorraussetzung für VoIP. Es werden je nach Codec zwischen rund 10 bis 64kbit/s benötigt. Viel Kritischer ist jedoch das Einhalten eines minimalen Delays (ca. 150ms Ende-Ende), minimale Packetverluste und einen geringen Jitter (ca.30ms). Die Nichteinhaltung dieser Kriterien wirkt sich viel kritischer aus. Sie schreiben aber nicht, ob der Packet Shaper für VoiP Priority Queueing anbietet (absolut bevorrangigtes Senden von Voice Packeten).

    Gruß
    Gerald
    Cisco Certified Network Professional

    • Am 5. Juli 2004 um 23:16 von Kender

      AW: Besser als Cisco Router ?
      Bevor ich solche Äußerung treffen würde sollte man sich etwas weiter mit Packeteer beschäftigen, Da es sich hierbei um eine Technik handelt die Cisco natürlich auch in der ein oder anderen Form "könnte" Basic ja, Feature nein, Cisco bietet einen Router nicht mehr nicht weniger. Er kann keine Applicationen erkennen (zur Zeit erkennt der PS ca. 600 eigenständig) genauso habe ich nur bedingt die Möglichkeit P2P Verbindungen mittels Kaaza, emule etc. zu erkennen. Und das schönste ist das Cisco Systems selbst einige Packetshaper im Einsatz hat. Also Cisco ist nice aber nicht die Eierlegende Wollmilchsau. Bandbreiten und Applicationmanagment ist mit keinem der Cisco Produkte machbar, dafür ist der PS auch kein Router. Das Leben kann so einfach sein auch ohne CISCO ;-))

  • Am 13. Juli 2004 um 9:44 von Egon Feldmann

    Und was wenn Encrypted
    Kazaa und ähnliche Anwendungen haben immer einen bitteren Beigeschmack betreff Legalität und Anwender werden immer mehr versuchen neue Wege zu finden, Protokolle zu verändern das diese nicht erkennt werden können. MyGudio (http://www.mygudio.com)entwickelt hierfür schon Lösungen.
    Dies bedeudet, das Layer 7 -Lösungen in Zukunft völlig sinnlos sind. Im Allgemeinen haben Packeteer und Kollegen mit überpreisten Produkten ein Konzept entwickelt, das in idealen Fällen gut arbeitet aber mit dem ständingen Wachstum an privaten Anwendern und dem waschsendem Missbrauch des Internets nicht gewachsen ist.
    Hier schreit man schon mehr nach User-orientierten Lösungen, die anstelle von Anwendungen den Anwender kontrollieren. Bei einem Besuch in Finland bin ich auf die Lösung der Technischen Universität in Tampere gestossen. Das Netzwerk des hiesigen Studentenheims hat 5.000 Anwender und 80% der Netzwerkverkehrs ist sog. P2P-Traffic. Mittels eines Staselog Network Equalizers (www.staselog.com) werden für jeden Anwender bestimmte Optionen erstellt. Dort werden automatisch den Anwendern Bandbreitekapazitäten bereitgestellt. Bei Missbrauch wird der Anwender automatisch "auf Eis" gelegt und hat nur geringere Bandbreite zur Verfügung.
    Dies scheint mir eine logischere Lösung.

  • Am 29. Juli 2004 um 18:03 von Martin Schulz

    Four Sticks heisst Foursticks und kann leicht getestet werden
    Schade, dass Foursticks nicht in diesen Testbericht eingeflossen ist. Neben dem Testaufbau im LAB bietet Foursticks die Präsentation sogar online und live per eMeeting an und zeigt darin, wie Foursticks mit seinem Real-time Monitoring besticht.

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