„Softwareunternehmen sind wie Kakerlaken“

Investoren wünschen sich Konsolidierung des Marktes

Während die Übernahmeschlacht zwischen Oracle und Peoplesoft mit dem am Montag beginnenden Prozess eine neue Qualität erreicht und der Ausgang des Verfahrens noch völlig offen ist, haben Investoren ihr Urteil schon längst gefällt: Der Softwaremarkt ist reif für eine Konsolidierungswelle.

An der Wall Street ist inzwischen die Sorge eingekehrt, dass ein Urteil gegen Oracle die Marktgesetze außer Kraft setzen und eine Neuordnung der Softwarebranche verhindern würde. Die Zahl der Anbieter müsse sinken, damit die überlebenden Unternehmen ein hohes Ertragsniveau halten und neues Wachstum generieren können.

Zu den Mechanismen des Softwaremarktes gehört es, dass Unternehmen jahrelang dahinvegetieren können, ohne große Wachstumsstories zu produzieren. Investoren ist dies natürlich ein Dorn im Auge. „Softwareunternehmen sind wie Kakerlaken: Sehr schwer kaputt zu machen“, beschreibt Merrill Lynch-Analyst Jason Maynard die Situation. „Sie können auf Basis von Support- und Wartungsgebühren Ewigkeiten überdauern, aber das ist schlecht für die Preisstabilität.“

Andere Analysten weisen jedoch darauf hin, dass die meisten Übernahmen ohne Probleme über die Bühne gehen. „Es gibt Menschen wie Larry und Craig, die die Publicity mögen, ein großes Ego haben und einander hassen. Diese Art von Auseinandersetzung haben wir sehr selten in der Branche.“

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2 Kommentare zu „Softwareunternehmen sind wie Kakerlaken“

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  • Am 5. Juni 2004 um 9:56 von George Migge

    Zu hohe Kosten sind der Grund
    Warum haben es die großen SW-Unternehmen es so schwer, gegen die kleinen zu bestehen? Bei Stundensätzen jenseits 150 EUR fragt man sich, was SW-Unternehmen mit diesem Geld machen?

    Auf jede Stunden draußen beim Kunden, muss man anscheinend mehrere Stunden intern bezahlen. Gut, es muss etwas entwickelt werden, aber läuft das alles auch optimal?

    In der Regel wird ein künstlich aufgeblähter Verwaltungsapparat am Leben erhalten, was weder im Sinn des Kunden noch der Unternehmung ist. Müssten SW-Häuser mit den Margen von Aldi zurecht kommen, würden 90% aufgeben müssen.

    Wenn ein Unternehmen kein Wachstum zeigt und sich klein und gesund schrumpft, dann kann es auch mit Wartungsgebühren für gesetzliche Änderungen und Support am Leben bleiben.

    Da ist nichts Falsches dran! Eine optimiert laufende Wirtschaft, und wir optimieren alle, hat halt wenig Notwendigkeit für den nächsten SW-Update. Wir laufen halt den Großen nicht mehr blindlings hinterher, sondern fällen selbst unsere Entscheidungen. Daran müssen sich die hohen Herren im nadelstreifenanzug erst einmal gewöhnen. Dass Ihnen das weh tut ist verständlich.

  • Am 7. Juni 2004 um 11:21 von Klaus

    Wachstum, Wachstum: Gebet der Investoren + Analysten
    Wer redet immer nur von Wachstum: die Investoren, deren Gier masslos wächst und die Analysten die für sie arbeiten um den Rest der Welt verrückt zu machen bzw. in den Hintern zu treten, damit diese sich zu Tode rackert um die masslosen Rediteerwartungen zu erfüllen. Das ist auch der Grund für die unverschämten, unrealistischen Stundensätze der grossen SW-Häuser, die wie M$ primär Geldsammelinstitutionen sind. Hoffentlich erkennen die Kunden dies endlich und realisieren, dass sie bei kleinen nicht primär wachstumsorientieren SW-Häusern besser aufgehoben sind.

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