Google setzt auf den Desktop: Positionierung gegen Microsoft?

Berichten zufolge arbeitet Google an einer Software zum Herunterladen, die bei der Suche nach Texten und Dateien auf der PC-Festplatte hilft. Allerdings stehen Kontroversen zur Privatsphäre, technologische Hürden und ein Wettkampf mit Microsoft an.

Google stehen einige schwierige Aufgaben bevor, wenn es sein erfolgreichstes Geschäft – die Internet-Suche – auf den Desktop bringen will.

Das Unternehmen bereitet Berichten zufolge eine Software vor, mit der Computernutzer Texte und Dateien auf der Festplatte ihres PCs durchsuchen können. Dies würde Googles Kernbereich der Suche dramatisch erweitern – und gleichzeitig direkt auf Microsoft abzielen, das wiederum selbst die Dominanz von Google im Bereich der Web-Suche angreifen will.

„Das ist eindeutig eine vorbeugende Maßnahme“, sagt Richard DeSilva, Senior Associate Partner beim Venture-Capital-Unternehmen Highland Capital.

Obwohl Google das mit dem Codenamen „Puffin“ bezeichnete Projekt noch nicht bestätigt hat, erwarten einige Beobachter einen solchen Schachzug seit längerem. Nachdem Google letzten Monat mit Plänen an die Öffentlichkeit gegangen war, mit 2,7 Milliarden an Unternehmenswerten an die Börse zu gehen, beschleunigt das Unternehmen seine Bemühungen, den Umsatz zu erhöhen und in neue Märkte zu expandieren.

Durch die Erweiterung in den Bereich der Suche auf dem Desktop würde Google seine zwei erfolgreichsten Geschäftsbereiche einbringen – aber auch gleichzeitig seine Stärke in diesen Bereichen aufs Spiel setzen. Erstens könnte das Unternehmen die Anzeigen seiner Web-Suche (seine primäre Umsatzquelle mit 914 Millionen Dollar im vergangenen Jahr) auf den Desktop übertragen. Damit würde Google aber auch in die Nähe von Unternehmen wie Claria (früher Gator) und WhenU rücken, die unter dem zunehmenden Misstrauen der Anwender gegenüber „Adware“ und „Spyware“ zu leiden hatten. Zweitens könnte Google sein Know-how aus der Web-Suche in eine Such-Anwendung für Unternehmensnetze stecken und zur Verfügung stellen. Das ist keine leichte Aufgabe, wenn man bedenkt, dass Google schon mit der „Google Search Appliance“ im September 2002 auf dem Unternehmensmarkt gescheitert ist.

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