Forscher: Standardisierung fördert Web Services

Gemeinsame Studie von IBM und der Uni Berlin

„Um den Markt für gebündelte Web Services auszubauen, müssen zukünftig die Standards weiterentwickelt werden“ – zu diesem Ergebnis kommt der IBM-Ingenieur und Professor Frank Leymann. Er hat gemeinsam mit dem Forschungszentrums Interval der Humboldt-Universität Berlin Web Services unter die Lupe genommen.

Im Rahmen des Online-Experiment sind laut dem Forscher 242 Teilnehmer in die Rolle eines Dienstnutzers versetzt worden und mussten Fragen zur Verwendung von Composite Web Services beantworten. Ergebnis: Anbieter von gebündelten, netz-basierten Diensten, so genannten Composite Web Services, brauchen neue Preisfindungsmodelle, um zukünftig erfolgreich am Markt zu sein.

Durch Auktionen und dynamische Preisverhandlungen, die sich mittels elektronischer Agenten automatisieren lassen, könnten Anbieter von gebündelten Web Services eine höhere Nachfrage bei Kunden erzielen. Web Services bilden den Kern einer neuen Technologie zum Zusammenführen verschiedener Programme über Internet-Standards. Durch die Nutzung dieser Standards sinken die Kosten der Integration von IT-Komponenten gegenüber herkömmlichen Technologien erheblich. Zudem ermöglichen sie einen einfachen Austausch einzelner Komponenten sowie das Bündeln mehrerer Einzelkomponenten zu einer komplexen Anwendung – auch über Unternehmensgrenzen hinweg.

„Web Services sind heute eine elementare Basistechnologie, die es Unternehmen erlaubt, zu einem on demand Business zu werden in dem sie ihre IT-Infrastruktur dynamisch nach Bedarf an Veränderungen anpassen können“, so Leymann. Gebündelte Web Services ließen sich als eigenständiges Produkt vermarkten und können aus Komponenten verschiedener Hersteller bestehen.

Laut der Studie honorieren über 80 Prozent der Befragten diese Dienstleistung nicht. „Ein Kunde, der eine Reise komplett über ein Online-Reisebüro bucht, ist nicht bereit dafür mehr zu bezahlen als wenn er die Buchung des Hotels, des Flugs und des Mietwagens über separate Webdienste vornimmt“, erläutert Professor Oliver Günther, Leiter des Berliner Forschungszentrums Interval.

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Werden gebündelte Web Services zusammen mit Produkten einer anderen Kategorie, wie zum Beispiel einer Reise, angeboten, interessiert sich der Kunde nicht für den Preis der einzelnen Leistungen. Für ihn spielt nur der Paketpreis eine Rolle. Anbieter müssten daher auf Angebote mit einer hohen Gesamt-Gewinnspanne achten, um ihren Absatz zu fördern.

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