Rückschlag für Labels: Filesharing nahezu risikolos

Wissenschaftler: Musikindustrie hat aufgrund der Masse an Kazaa-Usern "kaum Chancen"

In einer internationalen Studie hat der Konsumforscher Markus Giesler von der Privaten Universität Witten nachgewiesen, dass das „Erwischtwerden“ bei illegalem Filesharing quasi gleich null ist. Laut Giesler steckt hinter den erstaunlichen Forschungsergebnissen einfach das effektive Prinzip: je größer die Zahl der Nutzer in einer Tauschgemeinschaft, desto geringer das Risiko für den Einzelnen. Im Gespräch mit ZDNet erläutert der Wissenschaftler seine Studie.

Vier Jahre hat der Konsumforscher die User populärer Internet-Tauschbörsen wie Napster, Kazaa oder Limewire bei der MP3-Jagd beobachtet. So machte er sich ein Bild über deren Risikoverhalten im Cyberspace. „Der User ist nur einer von vielen, warum sollte man gerade ihn erwischen?“, erklärt Giesler. Präsentiert hat der Wittener Professor seine „Theorie des kollektiven Konsumentenrisikos“ an der Harvard Business School in Boston.

Laut Giesler werden Technologien wie das Internet Risiken in Zukunft noch stärker vernetzen und so für Einzelne kaum noch spürbar machen. Von Musik-Tauschbörsen bis zu Cyber-Terrorismus ist schon heute ein oft folgenloser Verstoß gegen Gesetze möglich, eine völlig neue Erkenntnis in der Risikoforschung.

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2 Kommentare zu Rückschlag für Labels: Filesharing nahezu risikolos

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  • Am 23. April 2004 um 15:07 von Der Christoph

    Es geht gar nicht ums erwischt werden,
    sondern um die wenigen Personen, die sehr lange Online sind und in der Zeit viele Titel anbieten. Greift man die ab, dann war es das mit dem Tauschen. War es nicht so dass nur 2% der Nutzer auch etwas bereitstellen und 98% nur saugen? Greift man also nur die 2% ab, dann wird ein Tauschnetzwerk mangels Masse geschlossen.

    • Am 26. April 2004 um 15:38 von NetGhost

      AW: Es geht gar nicht ums erwischt werden,
      Da hat einer mal die Struktur der Tauschbörsen nicht verstanden. Denn wenn man runterlädt dann gibt man die runtergeladenen Daten auch gleich wieder frei für andere. Dadurch wird ja die Geschwindigkeit erreicht und deshalb heißen sie auch Tauschbörsen. Ob man allerdings das Risiko eingeht erwischt zu werden oder nicht ist eine andere Frage. Denn was hilft es einem, wenn Millionen andere nicht erwischt werden, man selber aber hohe Strafen aufgebrummt bekommt. Also für mich kommt sowas nicht mehr in Frage. Selbst bei freien Musikstücken bzw Freeware gehe ich lieber über die Originalseite.

      Das Prinzip der Tauschbörsen ist zwar genial, aber alle Sachen haben zwei Seiten. Man kann sie für legale und auch illegale Dinge verwenden und das wird keiner ändern können.

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