Internationaler Schlag gegen Online-Piraterie

Auch in Deutschland wurden im Zuge der "aggressiven Kampagne" Wohnungen durchsucht

Strafverfolgungsbehörden aus den USA und zehn weiteren Ländern haben zu einem umfangreichen Schlag gegen die internationale Online-Piraterie angesetzt. Nach Angaben des US-Justizministeriums handelt es sich dabei um die bisher umfangreichste und „aggressivste“ Kampagne gegen Raubkopierer. Im Visier der Fahnder stand und steht vor allem die Spitze der streng durchorganisierten Raubkopierer-Szene.

An der Operation Fastlink haben sich nach Angaben von US-Justizminister John Ashcroft Strafverfolgsbehörden aus 27 US-Bundesstaaten und aus Belgien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Ungarn, Israel, den Niederlanden, Singapur, Schweden und Großbritannien beteiligt.

„Der Diebstahl von geistigem Eigentum ist ein weltweites Problem, das die Ökonomien rund um den gesamten Globus betrifft. Deshalb müssen wir darauf global antworten“, sagte Ashcroft. Daher sei die Aktion am Mittwoch gestartet worden, die Ashcroft als den bisher aggressivsten Schlag in „das Herz der internationalen Online-Piraterie“ bezeichnet. Im Rahmen von Fastlink sind nach US-Angaben bisher 120 Durchsuchungen vorgenommen worden und 100 Verdächtige als Übeltäter identifiziert worden. Mehr als 200 Computer, darunter 30 Server, seien bisher beschlagnahmt worden. Der Aktion gingen umfangreiche Undercover-Ermittlungen voraus.

Der Wert der beschlagnahmten Raubkopien liegt laut Aussendung des US-Justizministeriums nach konservativen Schätzungen bei mehr als 50 Millionen Dollar, der dadurch für die Industrie entstandene Schade liege nach ebenfalls konservativen Schätzungen bei mehreren Hundert Millionen Dollar. Im Fokus der Fahnder stehen vor allem Gruppen aus der so genannten „Warez Scene“ wie Fairlight, Kalisto, Echelon, Class und Project X, die als Erstverteiler von raubkopierten Filmen, Software, Spielen und Musiktiteln fungieren. Von den Servern dieser Gruppen werden die gestohlenen Produkte in der Regel binnen Stunden via Internet online verteilt. Die Gruppen sind streng hierarchisch und durchorganisiert und haben als einzigen Daseinszweck die illegale Verbreitung von raubkopierten Produkten.

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2 Kommentare zu Internationaler Schlag gegen Online-Piraterie

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  • Am 24. April 2004 um 22:27 von Xeroxan

    Wenn Sie Mit Allem So Gut Arbeiten Würden…
    Schön, das sie in dieser sache gut abscheiden… Aber wie wäre es, wenn sie Intensiver gegen Verbrecher (Mörder, Rauschgift Dealer, Offizielle 0900 und 019x Abzocker und Einbrecher] vorgehen würden. Dann Wäre es ein erfolg. So sahnen nur die Großen ab und die Kleinen Leute sitzen immer noch auf dem, was ihnen andere angetan haben. … Tja, nur den Reichen wird geholfen und der Normalbürger ist der, der es austragen muß. So wie die Umstellung auf euro und das Leben kaum noch bezahlbar ist.

  • Am 28. April 2004 um 11:45 von Uwe Ronke

    Wer schützt uns!
    Und die wirklich Grossen dürfen legal betrügen,erpressen und den kleinen Endverbraucher nötigen wos nur geht. Und damit der Schein gewahrt bleibt verpasst man denen halt ab und zu mal eine Portogeld-Strafe.

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