RFID vor dem Durchbruch

Investitionen machen sich in zwei bis drei Jahren bezahlt

Die RFID (Radio Frequency Identification)-Technologie steht in Europa vor dem Durchbruch. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der britischen Unternehmens- und IT-Beratungsgruppe LogicaCMG. Demnach will die Hälfte der befragten 50 europäischen Unternehmen entsprechende RFID-Projekte noch in diesem Jahr starten. Der Fokus der Anwendungen liegt dabei vorerst auf wieder verwertbaren Transportbehältnissen wie Kisten und Paletten. Auf einzelnen Produkten sollen RFID-Chips erst ab dem Jahr 2008 eingesetzt werden.

Die überwiegende Mehrzahl der Unternehmen will die Technologie bereits innerhalb der nächsten drei Jahre einsetzen. Auf Verbrauchsgütern sollen die Chips erst dann platziert werden, wenn die Preise einen Einsatz rechtfertigen. Im Moment liegt der Fokus bei RFID auf Transportkisten und Paletten, so genannten Returnable Transport Items (RTIs). Wegen der großen Vielfalt seien das Management und die Verwaltung bei Transportbehältnissen schwierig und komplex. Gerade hierbei könne die RFID-Technologie Abhilfe schaffen, heißt es in der britischen Untersuchung.

Laut Berechnungen von LogicaCMG können durch den Einsatz von RFID die Handling-Kosten von RTIs um 8,5 Prozent gesenkt werden. Das bedeutet bei einem angenommenen Chippreis von 50 Eurocent, dass sich die Investitionen in zwei bis drei Jahren bezahlt machen. Geht es allerdings nach den Vorhersagen des IT-Riesen Hewlett-Packard, so dürfte die Anwendung von RFID noch wesentlich rascher erfolgen. Der Computerkonzern schätzt, dass die Preise für entsprechende Chips noch im Laufe dieses Jahres auf fünf US-Cent fallen könnten.

Neben der Kostenfrage ist auch die Technologie für den Erfolg der Funkchips entscheidend. Die Mehrzahl der Unternehmen setzt derzeit auf den EPC (Electronic Product Code)-Standard und auf UHF (Ultra High Frequency) als Frequenzband. Darüber hinaus gebe es noch rechtliche Beschränkungen in der europäischen Gesetzgebung. Schließlich sei, bemängelt LogicaCMG, die Software, um RFID in existierende IT-Infrastrukturen einzubinden, noch nicht ausgereift.

Generell wird nach Ansicht von LogicaCMG RFID den Handel revolutionieren und großen Einfluss sowohl auf Nahrungsmittelhersteller, Logistic-Provider als auch auf Einzelhändler haben. „RFID wird einen irreversiblen Prozess im Einzelhandel auslösen. Auf kurze Sicht ist es deshalb für die Unternehmen von größter Bedeutung, sich Know-how und Erfahrung mit der Technologie anzueignen“, betonte LogicaCMG-Marketingleiter Paul Stam de Jonge.

RFID besteht im Wesentlichen aus zwei Elementen – einer Etikette und einem Lesegerät. Die Etikette enthält einen Chip plus Antenne und kann auf einem beliebigen Objekt platziert werden. Die darauf enthaltenen Informationen wie etwa ID-Nummer und ähnliches können an den RFID-Reader über eine Entfernung von wenigen Metern gefunkt werden. Dadurch können Objekte in der gesamten Verteilungskette verfolgt und identifiziert werden.

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